Welt
Positive Prognose von Greenpeace © panthermedia.net / Dmitriy Shironosov

Eine weltweite Energiewende bis 2050 ist möglich. Die jetzt veröffentlichte Greenpeace-Report „Energy Revolution“ kommt zu dem Schluss, dass schon in 35 Jahren der Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken ist. Die Umstellung sei sowohl technisch möglich, als auch finanziell attraktiv.

Greenpeace-Report zur Energierevolution

Greenpeace hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Szenarien für die Energiesituation verschiedener Weltregionen erstellt. Die Experten kamen in dem internationalen Greenpeace-Report zu dem Ergebnis, dass die Umstellung möglich und wirtschaftliche sinnvoll ist. Sie würde zwar jährlich eine Billion Dollar kosten, aber gleichzeitig 1,07 Billionen Dollar für Brennstoffe einsparen. Der Nebeneffekt: Gleichzeitig entstehen 20 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze. Doch um das Szenario umzusetzen, muss sich der globale Markt für erneuerbare Energien in den nächsten zehn Jahren vervierfachen, wie der Greenpeace-Energieexperte Sven Teske verlauten lässt. Dies würde den CO2-Ausstoß soweit senken, dass der Temperaturanstieg die kritische Zwei-Grad-Grenze nicht übersteigt.

Vorteile für Deutschland

Die Erzeugung von Strom aus erneuerbarer Energie benötigt mehr Arbeitskräfte als zum Beispiel die Arbeit mit Kohlekraftwerken. Im Gegenzug sinken die Kosten für Brennstoffe. Insgesamt verteuert die Umstellung daher die Energiekosten nicht. Derzeit ist Deutschland Exportweltmeister im Bereich Windenergie. Die deutsche Industrie profitiert in erheblichem Maße am weltweiten Umstieg auf diese Energie und hat einen immensen technologischen Vorsprung. Eine wachsende Nachfrage wirkt sich auf den gesamten hiesigen Arbeitsmarkt positiv aus.

Ausbau von Windenergie und Photovoltaik

Teske erwartet auch einen Zuwachs des Markts für Photovoltaik. Diese Technologie ist in der Vergangenheit günstiger geworden und auch für die Zukunft rechnet der Experte mit sinkenden Preisen. Die Studie geht in ihrem Szenario daher davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren alle Ein-, Zwei- oder Vierfamilienhäuser ihren benötigten Strom selber erzeugen. Große Zuwachsraten bei der Windenergie sieht der Experte in China, denn das Land deckt seinen Energiebedarf vermehrt durch Windräder. Interessantes Ergebnis der Studie außerdem: Immer mehr Windräder erzeugen Strom an Land.

Basis der Studie sind die Entwicklungen der letzten zehn Jahre. Sofern der Ausbau erneuerbarer Energien so weitergeht wie in diesem Zeitraum, decken diese bereits in 20 bis 25 Jahren den Bedarf an Energie vollständig ab. Im Dezember findet die UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris statt. Bei dieser soll eine Nachfolge des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden. Die Erkenntnisse der Studie könnten in diese Vereinbarung einfließen.