IFA: Mit neuen Haushaltsgeräten Strom und Geld sparen
IFA: Mit neuen Haushaltsgeräten Strom und Geld sparen

Auf der Industriemesse IFA wurden auch dieses Jahr wieder viele neue Haushaltsgeräte vorgestellt. Laut den Herstellern waschen die Waschmaschinen sauberer als je zuvor und Kühlschränke kühlen wie noch nie. Eines haben aber alle Geräte gemeinsam: Sie verbrauchen weniger Strom als ihre Vorgänger. Konsumenten vermuten dahinter Marketing-Floskeln, die dazu verleiten sollen, sich das neueste Gerät anzuschaffen. Einerseits wollen die Hersteller mit ihren neuen Produkten Geld verdienen. Andererseits sind sich Verbrauchervertreter darin einig, dass durch den Neukauf Strom gespart werden kann. Immerhin machen Haushaltsgeräte ungefähr die Hälfte des Energieverbrauchs eines Haushalts aus.

Neu kaufen und trotzdem sparen

Insbesondere bei Geräten mit einem Alter von zehn Jahren oder mehr sollte laut Richard Agerer von der Initiative Energieeffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) über einen Austausch nachgedacht werden. Die größten Energiefresser sind Kühl- und Gefrierschränke, denn sie laufen ohne Unterbrechung, sagt Agerer. Eine 15 Jahre alte Kühl-Gefrierkombination verbraucht etwa 591 kWh im Jahr, ein neues Modell jedoch nur 150 kWh – bei einem Austausch wäre Energiesparen also vorprogrammiert. Volker Klodwig, Geschäftsführer des Herstellers Bosch Siemens Haushaltsgeräte, rechnet so vor, dass ein neues Gerät in diesem Fall im Jahr etwa 116 Euro Ersparnis bringt. Beim Austausch eines 15 Jahre alten Wäschetrockners stehen sich 585 kWh und 220 kWh gegenüber. Laut Klodwig eine Ersparnis von 96 Euro pro Jahr.

Vergleich macht Unterschiede deutlich

Wer sich nicht sicher ist, ob er seine aktuellen Haushaltsgeräte austauschen sollte, kann sich auf einer Vergleichsseite der dena informieren. Hier können Verbraucher die Daten ihrer aktuellen Geräte, wie etwa Baujahr und Ladekapazität einer Waschmaschine, eingeben und erhalten dann Informationen darüber, wie viel Stromersparnis ein aktuelleres Gerät bringen würde. Zudem bietet die Verbraucherzentrale eine Liste der sparsamsten Haushaltsgeräte 2012/2013 an. Bei der Orientierung hilft zusätzlich die EU-Weite Kennzeichnung der Energieeffizienz. Diese Skala reicht von der schlechtesten Stufe D bis zur besten Klasse A+++. Laut Verbraucherzentrale sollten bereits Geräte mit einem A+ oder A gemieden werden, das A+++ wird empfohlen.

Eigenen Bedarf nicht vergessen

Allerdings sollte nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch der persönliche Bedarf beachtet werden. Ein Zweipersonenhaushalt sollte sich keinen Kühlschrank für eine Großfamilie zulegen, nur weil dieser die Klasse A++ aufweisen kann. Genauso wenig ist das neueste Waschmaschinenmodell mit der höchsten Energieklasse immer die richtige Wahl. Geräte, die neu auf dem Markt sind, kosten viel Geld und die Stromersparnis kann die Kosten nicht immer aufwiegen.