Elektrotankstelle
Elektrotankstellen könnten zukünftig auch ohne Kabel funktionieren. ©panthermedia

Das Fraunhofer-Institut stellt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2015 eine besondere Technologie vor: Das induktive Akkuaufladen. Das ermöglicht es, ohne Kabel Akkus von Elektrofahrzeugen an den dafür eingerichteten Stationen zu laden. Dadurch würden komplizierte Kabelverbindungen wegfallen und das Aufladen würde wie von selbst gehen.

Kabelloses Laden funktioniert bereits mit anderen Geräten. So haben manche Entwickler bereits Vorschläge gemacht und auch schon Modelle angefertigt. Bereits Smartphones einer dafür gedachten Oberfläche geladen werden, die unscheinbar auf dem Schreibtisch liegt. Der Transfer der Energie nutzt althergebrachte Techniken. Das Prinzip funktioniert über zwei Spulen. Eine ist im Gerät selbst verbaut und die andere im entsprechenden Gegenstück.

Innovation mit herkömmlichen Bauteilen

Für das Fraunhofer-Institut, das unter anderem einen Schwerpunkt auf Elektrofahrzeuge legt, würde das bedeuten: Sowohl in der Straße oder der Garage als auch im Elektroauto befindet sich jeweils eine Spule zum Laden. Das Auto parkt an der dafür vorgesehenen Stelle und der Akku lädt. Auch kann das Auto beim Fahren geladen werden, wie Forscher vom Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen zeigten. Die Spulen selbst sind aus herkömmlichen Bauteilen. Speziell diesen Punkt betonen die Entwickler, denn Ziel ist, Bauteile zu verwenden, die bereits überall erhältlich sind. Die Kombination vorhandener Kondensatoren führt so zur Innovation.

Energieüberschüsse mittels Entladen nutzbar

Das neue System kann einfach installiert werden. Auch wenn der Abstand zwischen den beiden Spulen etwas höher ist, erreichen die Forscher Ergebnisse von bis zu 95 Prozent. Der Akku lässt sich nicht nur be-, sondern auch entladen. Auf diese Art und Weise kann induktives Laden oder Entladen auch allgemein und abseits der Fahrzeug- oder Smartphonetechnologie zu Entwicklungsschüben führen und das allgemeine Stromnetz revolutionieren. Denn vor allem die moderne grüne Energie aus Windrädern und Solarzellen produziert oft Überschüsse, die vom Stromanbieter aber nicht in das Netz eingespeist werden können, da es sonst zu unangenehmen Überlastungen kommt. Die Idee ist jetzt, dass die Autos und die verbauten Akkus in den Fahrzeugen als Zwischenspeicher dienen sollen. So fahren vielleicht schon bald Elektrofahrzeuge als Batterien durch die Städte und entladen ihre Fracht – die saubere Energie – an Orten, an denen sie dann wieder in das Stromnetz eingespeist wird.