Fracking
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Eine Entscheidung erfolgt erst nach der Sommerpause, so beschloss es die große Koalition für das nicht unumstrittene Gas-Fracking. Geplant war der Beschluss eines Gesetzespakets eigentlich für den 03.Juli.

Fracking birgt Chancen und Gefahren

Deutschland besitzt ein reiches Vorkommen an unterirdischem Schiefergas, welches gefördert werden könnte. Die Methode, die dabei zur Anwendung kommen würde, nennt sich Hydraulic Fracturing, oder kurz Fracking. Schon seit 1948 wird dieses Verfahren genutzt, um konventionelle Gas-und Öllagerstätten zu erschließen. Allerdings soll nun besonders Schiefergas aus Lagerstätten in tiefen Gesteinschichten gefördert werden und das ist umstritten. Es könnten, rein technisch gesehen, 2300 Milliarden Kubikmeter auf diese Weise gefördert werden und damit würde sich für mehrere Jahrzehnte der Gasbedarf in Deutschland um ein Fünftel decken lassen. Gegner befürchten allerdings eine Verunreinigung des Grundwassers durch eine Fracking-Spülung. Experten halten dagegen, dass durch bestimmte geologische Formationen in Deutschland beispielsweise aus Salz oder Ton, die Lagerstätten, die in Tiefen von 1000 bis 4000 Metern liegen, gut abgeschirmt von Grundwasser sind. Daher kann eine Verunreinigung des Grundwassers eigentlich nur von oben erfolgen. Für viele Menschen hat die Gasförderung durch Fracking einen unangenehmen Beigeschmack und auch Widerstand kommt in der Bevölkerung und der Politik auf.

Eine Klärung braucht Zeit

Der umweltpolitische Sprecher der SPD, Matthias Miersch, erklärte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, dass die Klärung zentraler Fragen noch etwas Zeit bräuchte und Gründlichkeit vor Schnelligkeit gilt. Daher würde eine Entscheidung zum Thema Fracking in Deutschland auf die Zeit nach der Sommerpause vertagt werden. Ganz anders aber sieht das Michael Fuchs, der CDU/CSU-Fraktionsvize. Er kann diese Verschiebung einer Entscheidung nicht nachvollziehen. Fuchs sagte dazu, es wären eigentlich konstruktive Verhandlungen geführt worden, bis es bei der SPD dann plötzlich stagnierte. Fuchs sagte auch, die CDU/CSU hätte sehr gern noch vor der Sommerpause Fracking-Regeln, die einem hohen Umweltstandard entsprechen, verabschiedet.

Beratungsbedarf auf beiden Seiten

Presseberichten zufolge gibt es aber wohl in beiden Fraktionen der Koalition noch einiges an Beratungsbedarf und auch verschiedene Änderungswünsche. Besonders bei der SPD sind vorliegende Pläne zu diesem Thema auf Widerstand gestoßen.

Statt des Bundestages sollte unter anderem eine spezielle Kommission prüfen, ob ab 2019 die Unternehmen auch im großen Stil zu kommerziellen Zwecken Gas durch Fracking aus tiefen Gesteinschichten fördern dürften. Bis dahin würde eine Erprobungsphase gelten. Ebenso wurde vonseiten der SPD kritisiert, dass die CDU/CSU bis dato nicht bereit sei, die geplante Zahl der Probebohrungen deutlich zu beschränken. Es bleibt also abzuwarten, ob es nach der Sommerpause zu einer schnellen Einigung kommen wird.

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