Rotmilan
Windräder werden für Vögel zu einer tödlichen Gefahr © panthermedia.net / Rosemarie Kappler

Der Rotmilan ist ein Greifvogel, der besonders in Deutschland nistet. Doch die Energiewende entwickelt sich für ihn zusehends zur Bedrohung. Vor allem aufgrund der steigenden Zahl von Windrädern ist der Rotmilan hierzulande vom Aussterben bedroht. 

Windräder erschlagen Rotmilane

Für den Rotmilan gilt Deutschland als entscheidender Nistplatz. Doch mittlerweile ist der Greifvogel in Deutschland vom Aussterben bedroht. Mitschuld könnte die Energiewende der Bundesrepublik sein. Vor allem die hohe Zahl an Windrädern, die darüber hinaus weiter wächst, entwickelt sich für den Greifvogel zur tödlichen Gefahr. Immer mehr dieser Tiere werden heute von den Windkraftanlagen auf Bundesebene erschlagen. Schon seit einiger Zeit fordern Vogelschützer einen Mindestabstand, der zwischen den Brutplätzen und dem Rotorturm der Windräder eingehalten werden sollte. Die deutschen Bundesländer haben sich an diesen Mindestabstand bislang jedoch nicht gehalten. Auch dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ist das Problem bekannt. So berichtet Andre Hallau, Leiter der Berliner Wildvogelstation der Nabu, dass mittlerweile immer mehr Vögel von Spaziergängern gefunden werden. Meist liegen sie mit gebrochenen Knochen am Boden.

Naturschützer sprechen von dramatischer Lage

Mit Blick auf den Rotmilan sprechen Naturschützer in Deutschland mittlerweile von einer dramatischen Lage. Selbst wenn Tiere in den Auffangstationen gesund gepflegt wurden, stehen die Experten vor weiteren Problemen, denn sie wissen oft nicht, welche Region noch für eine Auswilderung in Frage kommt. In Brandenburg droht dem Rotmilan dabei dauerhaft das Aus. Immerhin denkt das Bundesland darüber nach, die Anzahl der Windräder noch zu verdoppeln. Dabei gilt die Lage schon jetzt als brisant.

Dass die hohen Windkraftanlagen den Vogelzug und damit das Leben der Tiere bedrohen, wird seit längerem kritisiert. Doch die Situation des Rotmilans gilt als besonders gefährlich, denn die Energiewende, die von der Windkraft maßgeblich getragen wird, ist ein Megaprojekt, das die Rotmilane in Deutschland ausrotten könnte. Dabei liegt den Umweltschützern hierzulande die Energiewende genauso stark am Herzen wie der Artenschutz.

Doch die Skepsis im Bezug auf Windenergie scheint zu wachsen. In Deutschland nisten derzeit rund 10.000 bis 14.000 Rotmilan-Brutpaare. Hierbei handelt es sich in etwa um die Hälfte des weltweiten Bestands. Im Gegensatz zu anderen Vögeln lässt sich der Rotmilan in keiner Form von den Windkraftanlagen vertreiben. Die Wiesen um die Stahltürme sind bei den Tieren ein beliebter Futterplatz. Angesichts der zahlreichen Beutetiere bekommt der Rotmilan häufig nicht mit, wenn er sich der nächsten Rotorblattspitze nähert. Zählungen in Brandenburg zeigten, dass es bei 3.044 Windkraftanlagen zu 308 Kollisionen mit dem Rotmilan kam. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weit höher.