Ökoenergie
Solar- und Windstrom könnte in Zukunft gespeichert werden © panthermedia.net / trans961

Zwei der großen Probleme der Energiewende sind Stromüberschüsse und fehlende Speichermöglichkeiten. Solaranlagen und Windräder produzieren an wind- und sonnenreichen Tagen mehr Strom als verbraucht werden kann, ist es jedoch windstill und bewölkt kommt die Stromproduktion zum Erliegen. Eine mögliche Lösung für dieses Problem liegt in der Power-to-Gas-Technologie – eine Art Speicherverfahren, das den überschüssigen Strom in Gas transferiert.

Genauer gesagt wird mithilfe des überschüssigen Ökostroms aus Wind- und Sonnenkraft im Elektrolyseverfahren Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Wasserstoff wird dann mit Kohlenstoffdioxid angereichert und es entsteht Methan, ein Stoff, der Erdgas ähnelt und deshalb gut für späteren Gebrauch gespeichert werden kann.

100 Prozent erneuerbare Energien und Einsparungen in Milliardenhöhe

Eine von Greenpeace Energy in Auftrag gegebene Studie über die “Bedeutung und Notwendigkeit von “Windgas” für die Energiewende in Deutschland“ hat nun ergeben, dass sich mithilfe von Power-to-Gas (PtG) eine Stromversorgung aus rein erneuerbaren Energien realisieren ließe. Zudem könnten bis 2050 etwa zwölf bis 18 Milliarden Euro in Deutschlands Energiesektor eingespart werden. Durch die vielen bereits vorhandenen Erdgasspeicher herrschen hierzulande besonders gute Voraussetzungen für die Speicherung des im PtG-Verfahren gewonnenen Methans. Zudem könnte die Abhängigkeit vom Erdöl gesenkt werden, denn mit der PtG-Technik lässt sich auch Kerosin, Diesel und Benzin herstellen.

Power-to-Gas erst durch große Investitionen möglich

Um die heute schon vorhandenen Stromüberschüsse speichern zu können, müssen jedoch erst einmal große Investitionen im Bereich PtG stattfinden. Große Energie- und Industrieunternehmen mobilisierten sich bereits 2010. Damals gingen Anlagen mit einer Leistung von 20 Megawatt an den Start, betrieben unter anderem von RWE, Vattenfall, Audi und Siemens. Die von der Forschungsstelle für Energiespeicher an der TH Regensburg und dem Berliner Analyseinstitut Energy Brainpool durchgeführte Studie kommt jedoch zum Ergebnis, dass für eine ausreichende Versorgung, eine Kapazität von 134 Gigawatt nötig ist, also eine 7000-fache Vergrößerung der derzeitigen Kapazitäten. Sollten Wirtschaft und Politik tatsächlich in die neue Technologie investieren, würde sich die Stromversorgung laut Studie bis 2020 zunächst verteuern. Ab 2035 würden sich die Ausgaben jedoch schon wieder rentieren.