870 Mio. Menschen leiden unter Hunger und Mangelernährung
870 Mio. Menschen leiden unter Hunger und Mangelernährung

Innerhalb der letzten 40 Jahre hat sich die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt und eine ausreichende Versorgung aller Menschen scheint schon kaum noch möglich. Während die wohlhabenderen Länder gegen Übergewicht und Fettleibigkeit kämpfen, fehlt es in den Entwicklungsländern bereits am Notwendigsten. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat in ihrem aktuellen Report festgehalten, dass schätzungsweise 870 Millionen Menschen weltweit unter Hunger oder Mangelernährung leiden. Davon sind allerdings nicht nur Entwicklungs- oder Schwellenländer, sondern auch immer öfter Industrienationen betroffen.

Fertigprodukte liefern zu wenig Nährstoffe

Grund dafür ist einerseits der überwiegende Verzicht auf Grundnahrungsmittel und andererseits der steigende Verzehr von Fertigprodukten. Sie liefern in der der Regel nur wenig wichtige Nährstoffe, enthalten dafür aber umso mehr Zucker und Fett. Die Folge: 1,4 Milliarden Übergewichtige weltweit und eine zunehmende Unterversorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen bei gleichzeitig übermäßiger Nahrungsaufnahme.

Ein Viertel aller Kinder leidet Hungersnot

In den Entwicklungsländern hingegen fehlt es bereits an sauberem Trinkwasser oder einem Stück Brot. Vor allem die Kinder sind mit 26 Prozent Hungerleiden besonders stark betroffen, da ihr Körper dringend auf wichtige Nährstoffe für Entwicklung und Wachstum angewiesen ist. Häufig beginnt die Mangelernährung sogar bereits im Mutterleib, da die werdenden Mütter selbst nicht genug zu essen haben. Die Folgen sind unter anderem nicht ausreichend ausgebildete Organe, eingeschränkte geistige Fähigkeiten und eine geringe Lebenserwartung.

Hohe Ausgaben für Hunger und Mangelernährung

Um vor allem das Problem der Überernährung zu lösen, fordert die FAO die Politik und die Produzenten zu einem Umdenken auf. Demnach sollte nicht auf geringe Produktionskosten und hohe Produktionszahlen, sondern vielmehr auf Nachhaltigkeit, Qualität der Lebensmittel und wenig Verschwendung geachtet werden. Dieses Umdenken könnte nicht nur der Gesundheit vieler Menschen zugute kommen, sondern auch Ausgaben in Billionenhöhe deutlich verringern. Demnach werden jährlich 3,5 Billionen Euro sowohl für Fehl- und Mangelernährung als auch für Hunger ausgegeben.