Verbraucherzentrale: Zu viel Fruchtzucker in Lebensmitteln
Verbraucherzentrale: Zu viel Fruchtzucker in Lebensmitteln

Lange Zeit hielt sich die These, dass klassischer Zucker ungesund und Fruchtzucker sehr gesund ist. Nach neuesten Erkenntnissen wird klar, dass es sich bei dieser Aussage nur um eine nicht haltbare und sogar gefährliche These handelt. Denn Fruchtzucker, der in vielen Nahrungsmitteln längst herkömmlichen Zucker ersetzt, ist nicht nur ungesund, sondern bei häufigem Genuss weitaus gefährlicher. Fruktose kann unterschiedliche gesundheitliche Probleme mit sich bringen und zum Beispiel Herzerkrankungen auslösen.

Warum Fruchtzucker als gesünder eingestuft wird

Die Zuordnung ist ganz klar, denn Fruktose ist der natürliche im Obst und Gemüse vorkommende Zucker. Da Früchte und Gemüse in der gesunden Ernährung eine sehr wichtige Position einnehmen, wird auch ihr Zucker nicht mit Risiken und Gefahren für die Gesundheit in Verbindung gebracht. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Nahrungsmittelindustrie dem boomenden Trend angepasst und „gesündere“ Produkte mit Fruktose anstelle von Haushaltszucker auf den Markt gebracht. In Fitnessdrinks und Riegeln, in vielen Milcherzeugnissen und Wellness-Nahrungsmitteln ist kein klassischer Zucker, dafür aber eine große Menge Fruktose zu finden. Wer sich gesundheitsbewusst ernährt, schwört auf die natürliche Fruchtsüße und schenkt klassischem Zucker keine Beachtung. Neueste Studien könnten einen ganz neuen Trend einleiten und zeigen auf, wie gesundheitsschädlich Fruktose wirklich ist und welche Risiken man durch den Fruchtzucker eingeht.

Wenn die gesunde Ernährung dem Herzen schadet

US-amerikanische Wissenschaftler haben vor einigen Jahren herausgefunden, dass Fruchtzucker das Risiko einer Gichterkrankung erhöht. In der Schweiz kamen Forscher zu dem Ergebnis, das Herzkrankheiten durch Fruktose begünstigt werden. Auch Stoffwechselstörungen und Adipositas, sowie Resistenzen gegen Insulin sind eine häufige Begleiterscheinung bei einer Ernährung mit hohem Anteil an Fruchtzucker. Die Südtiroler Verbraucherzentrale gibt eine Menge von 35 Gramm Fruchtzucker in einer Mahlzeit als bedenklich an, doch in vielen Nahrungsmitteln sind mehr als 40 Gramm Fruktose pro Liter enthalten. Bei einem kleinen Becher Joghurt sind 15 Gramm Fruchtzucker keine Seltenheit, sodass die ursprüngliche Umstellung auf eine gesunde Ernährung neu überdacht werden muss. Um die gefährliche Süße zu erkennen, dienen die Verpackungshinweise des Herstellers. Ist von Traubensüße oder weniger süß die Rede, können Verbraucher von einem hohen Anteil an Fruktose ausgehen.

Die gesündeste Ernährung ist die, bei der auf einen hohen Zucker- und Fruchtzuckeranteil verzichtet wird. Das heißt natürlich nicht, das Obst und Gemüse vom Speiseplan gestrichen werden sollen. Wichtig ist es, dass man dem Zuckeranteil in Getränken und Nahrungsmitteln hohe Beachtung schenkt und hier auf unnötige Zusätze, egal von welcher Zuckerart, am besten verzichtet.