Reiswaffeln
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Reis enthält geringe Mengen an Arsen. Diese Tatsache ist bekannt, wobei der Arsengehalt für Erwachsene bislang als unbedenklich angesehen wurde. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät dennoch dazu, Reis nur gelegentlich und nicht als Hauptbestandteil der Ernährung zu verzehren. Eine besondere Warnung spricht das Institut für Reiswaffeln als Nahrung für Kleinkinder aus.

Das Arsenvorkommen beruht auf natürlichen Vorgängen, da sich Reis aufgrund der Beschaffenheit der Pflanze wesentlich stärker als andere Getreidesorten mit dem im Grundwasser enthaltenen Arsen anreichert.

Reiswaffeln enthalten mehr Arsen als Kochreis

Die Arsenbelastung bei Reis liegt in der Regel bei 0,1 Milligramm Arsen je Kilogramm Reis. In Einzelfällen wurden aber auch schon doppelte Arsenmengen gemessen. Die Werte sind für Erwachsene kaum bedenklich. Doch Kinder nehmen, aufrund ihres geringeren Körpergewichts beim Reisverzehr wesentlich mehr Gift auf. Hinzu kommt, dass besonders häufig für Kinder verwendete Nahrungsmittel aus Reis, wie zum Beispiel Reiswaffeln, eine höhere Schadstoffkonzentration als weißer Reis aufweisen. Aus diesem Grund empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, Kindern nur äußerst selten Reiswaffeln zu geben. Bioreis und Bioreiswaffeln schützen auch nicht vor der Arsenaufnahme. Denn sie enthalten einen noch höheren Anteil des Arsens als der weiße Reis.

Welche Gefahren birgt das Arsen?

Bei der Arsenbelastung ist zwischen organischen und anorganischen Verbindungen zu unterscheiden. Während organische Arsenverbindungen, solche kommen unter anderem in Seefischen vor, keine gesundheitlichen Auswirkungen auf den menschlichen Körper ausüben, sind anorganische Verbindungen, wie sie beim Reis vorliegen, gefährlich. Größere Mengen Arsen führen zu Bauchkrämpfen und Durchfällen, während die regelmäßige Aufnahme geringer Dosen wie beim Verzehr von Reiswaffeln Nerven und Gefäße schädigt und zudem die Gefahr einer Krebserkrankung erhöht. Grundsätzlich gilt bei Erwachsenen eine tägliche Arsenaufnahme von maximal einem Milligramm als unbedenklich, sodass der in Deutschland übliche gelegentliche Reisverzehr keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit hat. Problematisch ist hingegen die regelmäßige Ernährung von Kindern mit Reiswaffeln aufgrund des in diesen erhöhten Arsengehalts und angesichts des geringen Gewichts der Kleinkinder.

EU plant Höchstwerte

Die EU plant Höchstwerte für den Arsengehalt von Reis und Reisprodukten. Diese sollen bei 0,2 Milligramm Arsen je Kilo Reis liegen, wenn dieser von Erwachsenen verzehrt wird. Bei speziell für Kinder bestimmten Reisprodukten soll der Grenzwert bei 0,1 Milligramm Arsen je Kilo Reis liegen, was die Bundesanstalt für Risikobewertung als zu hoch empfindet. Sie empfiehlt, Kindern Reis in jeder Form nur gelegentlich anzubieten und häufiger Alternativen zu Reis, Reismilch, Reisbrei und Reiswaffeln zu wählen. Im Trinkwasser gilt bereits seit 1999 innerhalb der EU ein Höchstwert von zehn Mikrogramm je Liter, den Deutschland sogar schon drei Jahre zuvor eingehalten hatte.

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