Greenpeace warnt: Häufig Nanopartikel in Lebensmitteln
Greenpeace warnt: Häufig Nanopartikel in Lebensmitteln

In der neuesten Ausgabe ihres Magazins weist die Umweltorganisation Greenpeace darauf hin, dass in der Lebensmittelindustrie immer häufiger Nanopartikel verwendet werden. Dies sei besorgniserregend, denn bisher könnten Wissenschaftler kaum abschätzen, wie der menschliche Organismus auf Nanopartikel reagiert und ob diese langfristig gefährlich seien. In anfänglichen Tierversuchen konnte bereits die Schädlichkeit von Nanotechnologie nachgewiesen werden. Dabei zeigten sich bei Tieren ähnliche Schädigungen, wie beim Kontakt mit Asbestfasern. Zudem hat bereits das Bundesinstitut für Risikoforschung vor Nanosilber, welches vorzugsweise in Küchengeräten, Kosmetik und Textilien eingesetzt wird, gewarnt. Greenpeace wirft der Regierung vor, zu wenige Gelder für die Erforschung der Risiken von Nanopartikeln zu investieren. Zudem fordert die Organisation eine Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln mit Nano-Zusätzen. Bisher wurde dieser Antrag erst durch das Europaparlament angenommen.

Nanopartikel in Lebensmitteln

Nanopartikel sind selbst in Lebensmitteln keine Ausnahme mehr. Das gilt zum Beispiel für Instant-Kaffee, Trockenpulver oder Kaugummis. Greenpeace warnt davor, dass von diesen Nahrungsmitteln eine zunehmende Gefahr ausgehen könnte, denn bisher sei unbekannt, welche Wirkung Nanopartikel im menschlichen Körper längerfristig verursachen können. Tierversuche hätten bereits gezeigt, dass die Verwendung von Nanotechnologie in Nahrungsmitteln durchaus Risiken bürgen kann. Für die Studie hatten Forscher der Universität Edingburgh Mäusen Nanopartikel in die Bauchhöhle gespritzt. Daraufhin entwickelten die Tiere ähnliche Entzündungen, wie sie auch bei der Verabreichung von Asbestfasern auftraten.

Gesundheitsrisiko durch Nanotechnologie 

Einige Experten warnen davor, dass Nanopartikel auch für den Menschen gesundheitsschädigend sein können. So fanden Wissenschaftler der kanadischen ETC Group heraus, dass Nanoteilchen in Zellen eindringen und sich in den Organen sammeln können. Dieselben Eigenschaften, die Nanopartikel so attraktiv für Anwendungen in Nanomedizin und anderen industriellen Prozessen machen würden, könnten sich auch als schädlich herausstellen, wenn Nanopartikel mit Zellen wechselwirken würden, so der US-Toxikologe Günter Oberdörster.

Zu wenig Geld für Erforschung der Risiken

Laut Greenpeace würde die Regierung zu wenig Geld in die Risikoforschung von Nanotechnologie investieren. Der Nano-Toxikologe Harald Krug von der Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa in St. Gallen erklärt im aktuellen Greenpeace Magazin, es gebe in Deutschland zu wenige Human- und Umwelttoxikologen, die sich an solchen Projekten beteiligen können, denn seit Jahren würden deutsche Universitäten in diesen Bereichen Stellen abbauen.

Kennzeichnungspflicht gefordert

Greenpeace und der Umweltausschuss des Europaparlaments kämpfen derzeit für eine Kennzeichnungspflicht von Nanopartikeln in Lebensmitteln. Bisher wurde der Antrag nur vom Europarlament angenommen. Die Entscheidung der Europäischen Union steht derzeit noch aus. Sollte der Antrag bewilligt werden, so müssten Nahrungsmittel mit Nano-Zusätzen auf der Packung künftig mit dem Vermerk "nano" gekennzeichnet werden.