Vegan essen
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Während die Veganer kontinuierlich ihre Umwelt- und Sympathie-Stellungen ausbauen, kommt die Attacke nun von unerwarteter Seite: Starköchin Sarah Wiener macht in ihrem Gastbeitrag im „Enorm“ Magazin (Ausgabe 03/15) reinen Tisch – mit den veganen Weltverbesserern und der boomenden veganen Industrie.

Ein Ende des Blutvergießens

Veganer, übrigens ein Lifestyle, der gänzlich auf tierische Produkte verzichtet, werben nicht nur mit einer gesünderen Lebensweise, sondern auch mit ihrem Beitrag für die Umwelt. Denn ein Großteil der CO2-Belastung stammt aus dertierhaltenden und -verarbeitenden Industrie. Der Fleischkonsum wird zunehmend zur ungesunden, umweltschädigenden und -verachtenden Lebensweise. Auf Schulhöfen, so die Huffington Post, werden jugendliche Wurstsemmel-Esser bereits als Mörder beschimpft. Veganer sind die Guten, Fleischesser die Bösen und die Wurst wird zur neuen Zigarette. Denn es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass auch die Veganer ihre andersartigen Mitmenschen abwerten.

Ungesund – Grünkohl ohne Wursteinlage

Während Eltern ihren Kindern die vegane Ernährung aufdrängen, warnen Mediziner vor den möglichen gesundheitlichen Folgen eines Fleischverzichts. Mangelerscheinungen und Wachstumsstörungen drohen, wenn die Ernährung einseitig und fleischlos ist. So warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung „aus Sicherheitsgründen“ vor einer veganen Ernährung von Säuglingen und Kindern – und auch in der Schwangerschaft. Unbeeindruckt zwingen viele Eltern ihre Kinder zum Verzicht auf tierische Lebensmittel.

Mehr Achtung vor dem Tier

Auch Frank Plasberg lud in „hartaberfair – Fleischesser an den Pranger“ zur Diskussion zum deutschen Fleischkonsum. Die Beweiskette zur Nahrungskette zeigte schockierende Zustände bei Tierhaltung und Schlachtung – was nicht neu ist. Die Runde einigte sich wieder einmal darauf, dass das kurze Leben der für den Verzehr bestimmten Tiere verbessert werden müsse: Mehr Platz für Schweine. Und so resümiert auch Sarah Wiener: „Ab und zu ein Stückchen Fleisch – aus artgerechter Haltung.“ Warum auch noch Jahre, nachdem schlimmste Zustände aufgedeckt und angeprangert wurden, noch immer Einzelfälle bekannt werden, ließ der Fernsehtalk mit Plasberg unbeantwortet.

Umweltschäden – mit oder ohne Fleisch

Der „Flexitarier“ kommt immer mehr ins Spiel – der Esser zwischen den Extremen. Er schlemmt sich auf dem „Mittleren Weg“ durchs Leben. Das Motto der flexiblen Konsumenten ist „Fleisch ja, aber in geringen Mengen“. Mathilde Kerstin vom Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung spricht in der Wochenzeitung „Die Zeit“ von einer „optimierten Mischkost“, denn unterm Strich reichen Tofu und Co. für eine vollwertige und gesunde Ernährung nicht aus. Genau diese „künstlichen Ersatzprodukte“ wie Käse und Soja kritisiert auch Wiener in ihrem Beitrag. Veganer, so Wiener, lebten in einer Parallelwelt, die ebenso wenig zur Verbesserung der Tierhaltung oder zu ökologischer erzeugten Lebensmitteln beitrage, wie der Fleischkonsum. Das vegane Leben, so die Fernseh-Köchin, sei auch umweltschädlich, erodiere Böden, vergifte das Wasser und schade dem Klima.

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