Onlinekauf
Kann sich der Online-Lebensmittelmarkt durchsetzen? © panthermedia.net / User "Ð ÐµÑ Ð ÐµÐ Ð Ñ Ñ Ð Ð Ñ Ñ Ð"

Der Lebensmittelhandel im Internet soll nach Meinung einiger Experten in den nächsten Jahren wachsen. Bislang kaufen deutsche Konsumenten nur sehr zurückhaltend ihre Lebensmittel im Internet. Grund hierfür ist vor allem das System, das weiter als verbesserungswürdig gilt. Das Interesse von Seiten der Verbraucher sei jedoch vorhanden.

Frische Lebensmittel bleiben ein Problem

Lange war vor allem die Frische ein Kernproblem, das mit dem Lebensmitteleinkauf im Internet einherging und viele Verbraucher abschreckte. Doch fehlende Öffnungszeiten, eine große Auswahl und der Komfort, die eigenen vier Wände nicht verlassen zu müssen, verleiten immer mehr Konsumenten dazu, die Lebensmittel aus dem Internet-Regal auszusuchen. Das in Köln ansässige EHI Retail Institute hat für eine aktuelle Studie den Online-Lebensmittelhandel auf den Prüfstand gestellt.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Verbraucher zum Teil mit bösen Überraschungen auseinandersetzen müssen. Beim Lebensmittelkauf im Internet ist die Frische der Ware einer der Knackpunkte. Denn nicht nur bei sommerlichen Temperaturen benötigen einige Lebensmittel strenge Kühlvorgaben, sonst droht eine Lebensmittelinfektion. In einigen Fällen kommen die Bananen mit Kühlschäden an oder die Verbraucher müssen sich mit zu langen Lieferfristen auseinandersetzen. Dies zeigte sich vor allem bei den Testbestellungen, die mit einer bundesweiten Paketlieferung einhergingen. Insgesamt 250 Online-Shops, die Lebensmittel im Web offerieren, wurden von dem Institut untersucht. Um Frische-Probleme zu vermeiden, verzichtet der Großteil der Online Shops auf den Verkauf von frischen Produkten. So sind bei 63 Prozent der Online-Händler nur haltbare Produkte zu finden. Selbst Käse wird nur von 35 Prozent der Händler angeboten. Noch geringer ist der Anteil bei Obst und Gemüse mit nur 21 Prozent sowie bei Fisch mit gerade einmal 14 Prozent.

Online-Geschäft ist noch klein

Wie das Institut betont, ist das Online-Geschäft mit Lebensmitteln in Deutschland derweil noch sehr klein. Wie die GfK-Handelsforschung zuletzt herausgefunden hat, kaufen in Deutschland gerade einmal 1,2 Prozent der Verbraucher ihre Lebensmittel online ein. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das in Deutschland recht dichte Netz an Supermärkten. Im Vergleich zu anderen Staaten müssen sich Verbraucher hierzulande nur mit kurzen Wegen zum nächsten Supermarkt, Discounter oder Verbrauchermarkt auseinandersetzen.

Geschäft könnte bald wachsen

In den kommenden Jahren könnte das Geschäft mit den Lebensmittelbestellungen im Internet jedoch weiter wachsen. Die in Nürnberg ansässigen GfK-Markforscher gehen aktuell davon aus, dass sich die Sparte mit dem Verkauf von Lebensmitteln und Drogerie in Deutschland bis zum Jahr 2025 deutlich steigern wird. Von derzeit 8 Prozent soll sich der Wert auf 16 Prozent verdoppeln.