Stiftung Warentest: Multivitaminsäfte oft
Stiftung Warentest: Multivitaminsäfte oft "mangelhaft"

Sie locken mit farbenfrohen Verpackungen sowie dem absoluten Genusserlebnis durch die verschiedensten Früchte. Gezielte Werbeaussagen lassen die Multivitaminsäfte oft darüber hinaus, als ein "gesundes" Lebensmittel erscheinen, nicht zuletzt auf Grund des hohen Vitamingehaltes. Doch Stiftung Warentest zeigt deutlich, dass eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung mehr zur Gesundheit beiträgt als der allbeliebte Multivitaminsaft, welcher bei übermäßigem Genuss ebenso schädigen kann. Denn nicht nur ein Vitaminmangel kann Organismus schädigen. Ebenso ruft eine Überdosierung mit Vitaminen unangenehme und gesundheitsschädliche Wirkungungen im Körper hervor.

Qualität der Multivitaminsäfte: Nur einer "sehr gut"

So wird laut Stiftung Warentest zum Beispiel nicht selten mit natürlichen Fruchtarmomen gespart. Dafür werden jedoch künstliche Fantasiearomen aus dem Labor beigemengt. In einigen Säften fehlten sogar gewisse Fruchtaromen, welche jedoch auf den Verpackungen angegeben wurden. Das heißt, Hersteller werben mit Eigenschaften, die das Produkt gar nicht hergibt. So kommt es, dass auch aus Sicht der geschmacklichen Qualität einige Säfte Defizite aufweisen und nur mit einem "mangelhaft" bzw. "ausreichend" bewertet werden konnten. Nur wenige schnitten dagegen mit "Gut" und nur einer mit "Sehr gut" ab.

Zu hohe Vitaminkonzentrationen

Punkt zwei, welcher die meisten Säfte schlecht abschneiden ließ, betrifft die Zugabe von Vitaminen. Vitamine sind essentielle, lebensnotwenige Stoffe, die der menschliche Organismus für die verschiedensten Vorgänge im Körper benötigt. Aufgenommen werden sie über die Nahrung, da er sie selbst nicht bilden kann. Multivitaminsäfte scheinen hier beinahe ideal zu sein, um den Körper im ausreichenden Maße zu versorgen. 

Doch Vorsicht ist geboten! Denn Vitamine, welche den Säften zugesetzt werden, sind nicht natürlichen Ursprungs. Sie werden als synthetische Vitaminmischungen, d.h. künstlich hergestellte Mischungen aus dem Labor, dem Saft beigemengt. Stiftung Warentest stellte fest, dass bei sehr vielen Säften die Konzentration der Vitamine viel zu hoch war, sie sogar häufig das Dreifache der angegebenen Menge an Vitaminen auf der Verpackung überstieg. Vitamine sind jedoch sehr empfindlich vor allem Licht und langen Lagerzeiten gegenüber. Theoretisch müsste sich der Vitamingehalt nach dem Abfülldatum damit stetig verringern. Doch selbst zum Ende der Haltbarkeit hin, wiesen die meisten Säfte noch immer eine viel zu hohe Dosis einiger Vitamine auf. Dies lässt den Schluss zu, dass die Vitaminkonzentration schon beim Abfüllen enorm hoch sein muss und weit das überschreitet, was auf den Verpackungen angegeben ist.

Ein Glas Multivitaminsaft am Tag

Ein Glas Multivitaminsaft am Tag ist durchaus ausreichend. Keinesfalls sollten diese Säfte als alleinige Durstlöscher angesehen werden, da bei dem Genuss von größeren Mengen zu viel der Vitamine aufgenommen werden. Auch eine Überdosierung mit Vitaminen kann sich aus diesem Grund schädlich auf den Organismus auswirken. Dies äußert sich zum Beispiel in Übelkeit, Kopfschmerzen, Juckreiz oder gewissen "Allergiesymptomen". Eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung ist ausreichend, um seinen täglichen Vitaminbedarf zu decken. Hierzu gehören täglich frisches Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukte sowie Vollkornprodukte.