Eis
Lebensmittelvermarktung gegenüber Kindern beschränken? © panthermedia.net / Tatiana Gladskikh

Da sich Kinder im Wachstum befinden, brauchen sie eine ausgewogene Ernährung. Doch ausgewogene Lebensmittelprodukte für Kinder werden laut einer Studie von Foodwatch kaum vermarktet. Nun prangert Foodwatch das Vorgehen an und sorgt für hitzige Diskussionen bei den Lebensmittelunternehmen. 

Werbung für süße Dickmacher

Im Rahmen einer Studie, die durch die Verbraucherorganisation Foodwatch durchgeführt wurde, ist festgestellt worden, dass die freiwillige Selbstbeschränkung der Lebensmittelhersteller in Bezug auf ihre Werbung offenbar wirkungslos ist. Trotz der seit dem Jahr 2007 bestehenden Vereinbarung, dass für Kinder keine unausgewogenen Lebensmittel mehr beworben werden, konnte – unter Berufung auf eine Untersuchung von insgesamt 281 Produkten – das Gegenteil ermittelt werden. So werden noch immer bis zu 90 Prozent der unausgewogenen Lebensmittel beworben. Die betreffende Studie wird von der Lebensmittelwirtschaft allerdings als unseriös zurückgewiesen.

Freiwillige Selbstbeschränkung ist wirkungslos

Der Hintergrund: Viele Lebensmittelhersteller sicherten im Jahr 2007 im Rahmen einer Initiative der Europäischen Union zu, sich bei dem Marketing, welches an Kinder gerichtet ist, an bestimmte Regeln zu halten. Nach Angaben von Foodwatch sollten demnach nur noch Lebensmittel für Kinder unter 12 Jahren beworben werden, die bestimmte Anforderungen an Nährwerten erfüllen. Foodwatch teilte weiter mit, dass es sich bei rund 90 Prozent der beworbenen Lebensmittel nicht um ausgewogene Kindernahrung handelt, wie sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert wird. Die von der WHO vorgegebenen Kriterien erfüllten demnach nur 29 der getesteten Produkte; trotz der Selbstverpflichtung. 252 Produkte sollten somit nicht an die Kinder vermarktet werden, heißt es.

Foodwatch-Studie in der Kritik

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) kritisierte die betreffende Studie scharf. Foodwatch wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel zu verunglimpfen. Nach Ansicht des Branchen-Spitzenverbandes würde Foodwatch auf wissenschaftlich nicht belegte Zusammenhänge verweisen. Die Autoren der Studie würden zudem die Antwort auf die Frage schuldig bleiben, warum 94 Prozent aller Kinder in Deutschland nicht adipös sind, obwohl sie der gleichen Werbung ausgesetzt sind, wie die 6 Prozent der adipösen Kinder.

Foodwatch fordert die Politik auf, eine gesetzliche Regelung für das Marketing von Lebensmitteln aufzustellen, um die Kinder vor drohender Adipositas zu schützen. Demnach solle es nur noch erlaubt sein, Werbung für Lebensmittel zu verbreiten, die den Kriterien der WHO entsprechen. Die Maßnahmen auf freiwilliger Basis reichten hierfür nicht aus, heißt es.