Essverhalten
Regelmäßige Mahlzeiten verringern das Zunehmen. © panthermedia.net / Andrey Popov

Eine Studie in den USA belegt: Über den ganzen Tag essende Menschen werden eher fettleibig und haben öfter gesundheitliche Probleme. Die amerikanischen Forscher des Salk Instituts für Biologische Studien dokumentierten das Essverhalten ihrer Probanden via Smartphone und Video. Das Resultat zeigt deutlich: Wurden die Mahlzeiten auf einen festen Zeitrahmen begrenzt, verloren die Studienteilnehmer Gewicht.

Tatsächliches Essverhalten dokumentiert

Ein Großteil der Menschen in den USA essen unregelmäßig und über einen Zeitraum von bis zu 15 Stunden. Auch immer mehr Deutsche sind übergewichtig laut dem Statistischen Bundesamt. Wissenschaftler des Salk Instituts für Biologische Studien in La Jolla (Kalifornien) ermittelten mit Hilfe einer App die genauen örtlichen und zeitlichen Ernährungsdaten der 150 Teilnehmer, indem diese sowohl Essen als auch Getränke innerhalb von drei Wochen fotografierten. Durch die Foto-App traten erstaunliche Gewohnheiten zu Tage. Bei regelmäßigen Mahlzeiten, einer Begrenzung der Esszeiten und freier Kalorienmenge reduzierte sich das Gewicht der Probanden um durchschnittlich 3,5 Prozent. Zudem konnten die Beteiligten besser schlafen.

Unregelmäßige statt geregelte Mahlzeiten

Über die Hälfte der gesunden Erwachsenen aßen in unregelmäßigen Abständen und über die gesamte Wachphase. Bis zum Mittag verzehrten sie ein Viertel der Gesamtkalorienmenge. Mehr als ein Drittel der Nahrung nahmen sie nach 18 Uhr zu sich. Die Verschiebung zwischen Wochentagen und dem Wochenende sorgte für weitere Unregelmäßigkeiten der Phasen des Essens. Die Fotos belegen: Die Probenden aßen überall. Das unregelmäßige Essen im Bett, der Couch oder am Klavier ersetzte feste Mahlzeiten am Tisch. Am Morgen bevorzugten die US-Amerikaner Joghurt und Milchkaffee, tagsüber griffen sie zu Burgern und Sandwiches. Am Abend gab es bevorzugt Gemüse, Eiscreme und Alkohol. Mit Süßem wie Schokolade begannen sie bereits am Morgen und endeten erst in den Nachtstunden.

Gewichtsverlust durch festen Zeitrahmen

Im nächsten Schritt der Studie erhielten acht der übergewichtigen Mitwirkenden die Chance, über einen Zeitraum von vier Monaten ihren Verzehr auf 10 bis 11 Stunden zu reduzieren. Die Kalorienmenge wurde nicht eingeschränkt. Rückwirkend erhielten die Mitwirkenden ihr Ernährungsprofil. Das Ergebnis war verblüffend: Ohne Kalorienreduzierung hatten die Versuchspersonen in den vier Monaten 3,5 Prozent des Körpergewichts verloren und schliefen nach eigenen Angaben besser. Zu betonen ist allerdings: Die Änderung der Esszeiten ist nicht die einzige Methode, die Gesundheit zu verbessern, aber ein erster Schritt. Andere mögliche Ursachen für Fettleibigkeit wie unterschiedlich aktive Bakterien im Darm werden noch erforscht.

Adipositas ist eine weltweite Epidemie

1,9 Milliarden Erwachsene sind übergewichtig. Davon gelten ein Drittel als fettleibig. Betroffene haben Gelenkprobleme, Bluthochdruck und erkranken an Diabetes. In den USA liegt der Anteil der krankhaft übergewichtigen Menschen bei 34 Prozent. In Deutschland sind 15 und in Japan vier Prozent der Menschen adipös, so die Ergebnisse der Studie der OECD.