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Macht vegane Ernährung toleranter? © panthermedia.net / Arne Trautmann

Die Ernährungsweise eines Menschen wirkt sich auf seine Gesundheit aus. Das ist bekannt. Doch hat die Ernährung auch einen Einfluss auf psychologische Faktoren? Eine neue Studie hat sich damit beschäftigt und Erstaunliches zutage gefördert. Die Forscher der Universitätsmedizin Mainz und der Universität Wuppertal zeigen Zusammenhänge und belegen diese mit einer aktuellen Studie.

Die Studie im Überblick

Wie ticken Menschen? Wie denken sie? Wie handeln sie? Das sind die Kernfragen der Studie, die untersucht, inwieweit dies von der Ernährungsweise abhängig ist. Der Trend geht zum Vegetarier oder zum Veganer. Viele Menschen verzichten bereits in Teilen oder auch vollständig auf tierische Produkte. In erster Linie protestieren sie hiermit gegen die Lebensbedingungen der Tiere in den Ställen und unterstützen diese nicht durch ihren Kauf und ihren Konsum. Die Studie der Wissenschaftler zeigt nun, dass dies noch weitreichendere Folgen haben könnte.

Tests zeigen: Vegetarier und Veganer sind vorurteilsfreier

Die Ernährungsweise von Menschen, die sowohl Obst, Getreide, Gemüse, Fisch, Fleisch und andere tierische Produkten essen, nennt sich omnivor. Die weitreichenden Tests des Teams um Prof. Dr. Susanne Singer vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz und Psychologin Petra Veser (Universität Wuppertal) zeigen, dass diese eher zu Vorurteilen neigen – Männer noch eher als Frauen. Grundsätzlich sollen ältere Menschen eher Vorurteile gegenüber andere Menschen entwickeln als jüngere. Doch im Laufe der Befragungen und deren Auswertungen zeigte sich, dass dies nicht nur vom Alter, sondern auch von der Ernährungsweise abhängig ist. Gleichmäßig verteilt auf alle Altersgruppen sind Vegetarier und Veganer vorurteilsfreier.

Weitere Einstellungen verzeichnet

Neben den Vorurteilen gegenüber anderen Menschen wurden noch weitere Einstellungen festgestellt, in denen sich Vegetarier, Veganer und Omnivoren unterscheiden. Demnach seien Verzichter oder Teil-Verzichter von tierischen Produkten weniger konservativ und lehnen hierarchische Strukturen eher ab. Auch in Beziehungen schätzen sie es, wenn beide Partner gleichwertig sind und nicht einer den anderen dominiert. Auch hier gibt es wieder Unterschiede beim Geschlecht und Alter. Jüngere bewerten Hierarchien und autoritäre Strukturen negativer als Ältere. Auch Männer bewerten diese eher negativ als Frauen. Für die Studie wurden insgesamt 1.400 Menschen zwischen 12 und 86 Jahren befragt. Um die Studienergebnisse belast- und vergleichbar zu halten, setzten sich die Studienteilnehmer jeweils zu einem Drittel aus Vegetariern, Veganern und Omnivoren zusammen.