Übergewicht
Hohe Krankheitskosten durch ungesunde Ernährung © panthermedia.net / Oleg Dudko

Ein übermäßiger Verzehr von Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren ist ungesund. Dies ist bekannt. Wie gefährlich eine ungesunde Ernährung aber tatsächlich ist und wie stark sie sich auf die Allgemeinheit auswirkt, wird oft unterschätzt. Wie ließe sich sonst das folgende Studienergebnis der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Biotechnologieunternehmens BRAIN AG erklären?

Ernährungsstudie zur Fehlernährung

Im Rahmen ihrer Studie glichen die Forscher der BRAIN AG und der Martin-Luther-Universität Krankheitskosten mit den Verzehrdaten aus Deutschland miteinander ab. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf den übermäßigen und unausgewogenen Konsum von gesättigten Fetten, Salz und Zucker. Als Grund für die Fokussierung auf die drei besagten Stoffgruppen (Zucker, Salz und Fett) gaben die Forscher an, dass ihr Verzehr innerhalb von Deutschland zumeist weit über den offiziellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung läge. Sie analysierten Verzehrsdaten und Krankheitskosten. Bei den Untersuchungen wurde unterschieden zwischen 22 Krankheitsbildern. Die höchsten Kosten für das Gesundheitssystem entstanden durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, diverse Stoffwechselstörungen (wie etwa Diabetes oder Übergewicht), Karies und vielen Krebserkrankungen. Das schockierende Ergebnis der durchgeführten Untersuchungen, die in Teilen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde: Es entstehen 16,8 Milliarden Euro Kosten für das Gesundheitssystem, die auf eine ungesunde Ernährungsweise zurückzuführen waren.

Tatsächliche Kosten deutlich höher

In Bezug auf die tatsächlichen Kosten ist zu erwähnen, dass die hohe Kostenaufstellung ausschließlich direkte Behandlungskosten umfasst. Soll heißen, dass die Forscher etwaige Folgekosten bei ihrer bisherigen Arbeit noch weitestgehend außer Acht gelassen hatten. Allen voran seien hierbei die Kosten für die Behandlung von Schlafstörungen, Alzheimer, chronischem Nierenversagen oder gewichtsbedingter Arthrose zu nennen. Zudem wurden indirekte Kosten aufgrund von Arbeitsausfällen, Invalidität und Kurbehandlungen bislang gänzlich außer Acht gelassen.

Die Studienergebnisse könnten, so heißt es in der Pressemitteilung der Uni, ein Appell sein, um vorbeugende Maßnahmen zu treffen. So muss die Aufklärung im Hinblick auf eine gesunde Ernährungsweise offensichtlich mehr Bedeutung gewinnen.