Demenz
Alle 3,2 Sekunden erkrankt ein Mensch an Demenz © panthermedia.net / Lisa Young

Nach einer aktuellen Studie des Dachverbandes Alzheimer’s Disease International nimmt die Zahl demenzkranker Menschen weltweit stark zu. In den kommenden Jahren könnte sich die Zahl der Betroffenen sogar verdreifachen. Der Bereich zeigt zudem, dass vor allem Länder mit einem niedrigen bis mittleren Durchschnittseinkommen von Demenzerkrankungen betroffen sind.

Starker Anstieg bei Demenzerkrankungen

Statistisch betrachtet erkrankt alle 3,2 Sekunden ein Mensch an Demenz. Sollte kein erfolgsversprechendes Heilverfahren entwickelt werden, gehen die Experten der Studie von einer Verdreifachung der betroffenen Menschen bis zum Jahr 2050 aus. Dies würde ein Anstieg von derzeit 46 Millionen auf 131,5 Millionen Demenz-Patienten bedeuten. Die Anzahl an Neuerkrankungen wird in diesem Zusammenhang besonders in Ländern mit niedrigen oder mittleren Durchschnittseinkommen erwartet. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt seien dort laut Studie mit 58 Prozent die meisten Demenzpatienten zu verzeichnen. In 35 Jahren könnte sich dieser Wert um rund 10 Prozent gesteigert haben.

Behandlungskosten werden drastisch steigen

Die Forscher des internationalen Dachverbands gehen zudem davon aus, dass die Kosten für die Behandlung von Demenzerkrankungen in den nächsten drei Jahren von 818 Milliarden US-Dollar auf über eine halbe Billion US-Dollar ansteigen. Dieser Betrag würde der achtzehntgrößten Volkswirtschaft der Welt entsprechen, heißt es im Bereich weiter. In Deutschland leben derzeit, so das Bundesministerium für Gesundheit, ungefähr 1,6 Millionen Demenzkranke. Der Großteil aller Betroffenen leidet unter Alzheimer. Auch hierzulande fallen die Prognosen äußerst düster aus: Bis 2050 soll sich die Zahl nach aktuellen Einschätzungen nahezu verdoppeln.

Hohes Alter bleibt Risikofaktor

Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei einer Demenz um ein sogenanntes „psychatrisches Syndrom“, welches unterschiedlichen Krankheitsbildern gleichermaßen zugeordnet werden kann. Demenz gehört zu den Alterskrankheiten. In ihrer veröffentlichten Studie schreiben die Forscher, dass der größte Risikofaktor für eine Demenzerkrankung ein hohes Alter sei. Neben kognitiven und emotionalen Fähigkeiten sei die Sozialkompetenz des Betroffenen maßgeblich beeinträchtigt. Zudem würde sowohl die Sprache als auch die Motorik während des Krankheitsverlaufs immer stärker nachlassen. Eine selbständige Bewältigung des Alltags werde daher zunehmend schwieriger.

Forschungsergebnisse geben Hoffnung

„Wir sind so zuversichtlich wie noch nie“, äußerte sich der Heidelberger Molekularbiologe und Alzheimerforscher Konrad Beyreuther zu den aktuellen Forschungsergebnissen auf dem Gebiet. Eine Heilung scheine aus derzeitiger Sicht nach wie vor unwahrscheinlich, aber der Prozess des kognitiven Verfalls könne verlangsamt werden.