AOK-Studie: Falsches Joggen gefährdet die Gesundheit
AOK-Studie: Falsches Joggen gefährdet die Gesundheit

Die ersten warmen Frühlingsstrahlen locken wieder etliche Jogger in die Parks und Wälder. Denn Laufen hält fit und gesund. Es ist gut für Herz und Kreislauf, es stärkt die Muskeln, Sehnen und Bänder und es ist gut für die Psyche. Doch wer sich nicht an gewisse Regeln hält – zum Beispiel Laufen ohne zu Schnaufen –, der riskiert seine Gesundheit. Eine Online-Studie der AOK brachte jetzt nämlich die Wahrheit ans Licht: Zwei Drittel aller Freizeitläufer schaden bzw. beeinträchtigen ihre Gesundheit, weil sie sich so stark verausgaben, dass sie dadurch gesundheitliche Probleme bis hin zu starken Überlastungserscheinungen bekommen können.

Mehr als 10.000 Teilnehmer

Professor Henning Allmer vom Kölner Institut für angewandte Gesundheitswissenschaften hat im Auftrag der AOK einen Test entwickelt, mit dem jeder Jogger überprüfen kann, ob sein Laufverhalten gesundheitsorientiert oder eher gesundheitsschädlich ist. Er ist immer noch online abrufbar. Darin sind unter anderem Fragen zu Alter, Geschlecht und Trainingshäufigkeit enthalten. Die 10.626 Teilnehmer mussten aber auch angeben, ob sie in einer Gruppe laufen oder allein.

Mehr Frauen als Männer laufen gesundheitsbeeinträchtigend

Die Ergebnisse sind erstaunlich. Beim Laufen in der Gruppe wird offenbar die Gefahr verringert, dass der Einzelne eine für ihn zu große Belastung eingeht und sich physisch und psychisch überfordert. Die Gruppe kann übertriebenen Ehrgeiz ausbremsen. Denn nur 29 Prozent der Einzelläufer verhalten sich gesundheitsförderlich, während es in der Gruppe immerhin 39 Prozent sind. Außerdem trainieren nur 26 Prozent der Gruppenläufer gesundheitsbeeinträchtigend. Bei den Einzeljoggern sind es 34 Prozent. Besonders erstaunlich ist, dass Frauen (33 Prozent) eher als Männer (29 Prozent) dazu neigen, durch falsches Joggen die Gesundheit zu beeinträchtigen. Allmer erklärt sich dies damit, dass mehr Frauen als Männer nur gelegentlich trainieren, denn auch hier gibt es signifikante Unterschiede.

Regelmäßige Jogger fördern Gesundheit

Die Befragten wurden für die Studie in zwei Gruppen geteilt: regelmäßige Läufer (einmal am Tag oder mehrmals pro Woche) und die Übrigen, die oft zu viel von sich abverlangen. Immerhin 37 Prozent der regelmäßigen Jogger trainieren gesundheitsförderlich, während nur 27 Prozent der Gelegenheitsläufer ihrer Gesundheit etwas Gutes tun.

Tipp: Auf Signale des Körpers hören

Wer gesundheitsbewusst joggen will, sollte immer auf seinen Körper hören. Verausgabt man sich während des Laufens zu stark, nur um seinen Trainingsplan zu erfüllen, tut man seiner Gesundheit keinen Gefallen. Trainingseffekte können sich so nicht einstellen. Bei Muskelverspannungen sollte man zwischendurch kleine Lockerungsübungen einlegen. Hat man Seitenstiche oder Atemprobleme, geht man lieber kleine Strecken. Man sollte sich beim Joggen noch unterhalten können und sich am Ende des Trainings physisch und psychisch wohlfühlen.