AOK-Studie: Viele Azubis leben ungesund

ungesunder Azubi
Manche Azubis ernähren sich falsch (c) Panther Media.net / Miriam Dörr

Mangelnde Bewegung in Form von Sport oder anderen Aktivitäten, zu wenig Schlaf und der Verzehr von zu viel Fast Food sorgen bei einem Fünftel aller Azubis für einen ungesunden Lebenswandel. Dieser wirkt sich laut einer AOK-Studie sowohl auf deren Arbeitseinstellung als auch deren Zufriedenheit negativ aus.

1.300 Auszubildende wurde befragt

Während jeder fünfte Azubi gesundheitlich gefährdet ist, pflegt jeder zehnte Lehrling laut WIdO, dem wissenschaftlichen Institut der AOK, sogar einen risikoreichen Lebensstil, welcher sich schon jetzt in jungen Jahren auf die Psyche sowie die körperliche Gesundheit auswirkt. Erfreulich: Rund 54,3 Prozent aller befragten Auszubildenden leben gesundheitsbewusst. Körperliche sowie psychische Beschwerden kommen bei einem Großteil der Befragten also nicht vor. Grundlage für den Report zu Beginn des Jahres 2015 war die Befragung von 1.300 Auszubildenden durch die WIdO.

Zu wenig Schlaf und zu viel Genussmittel

Laut Umfrage schlafen ein Drittel aller männlichen Azubis sowie ein Viertel aller weiblichen Lehrlinge weniger als sieben Stunden pro Nacht. Daraus folgt, dass sich etwa zwölf Prozent am Tag darauf nicht ausgeruht und leistungsfähig fühlen. Einen weiteren Risikofaktor hat die WIdO in Form eines zu starken Zigaretten– und Alkoholkonsums ausgemacht.

Die Anzahl der Fehltage steht außerdem in Abhängigkeit zum bestandenen Schulabschluss an. Die Ergebnisse der AOK-Studie belegen, dass ein höherer Schulabschluss weniger Tage der Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht. So fehlen zum Beispiel Azubis mit Abitur bzw. Fachabitur im Durchschnitt nur 15,3 Tage pro Jahr. Auszubildende ohne Schulabschluss fallen im Betrieb pro Jahr mit 28,1 Fehltagen etwa doppelt so häufig aus. Darüber hinaus ist die übermäßige Nutzung von digitalen Medien jedweder Art nach Angaben der WIdO ebenfalls eine ernstzunehmende Bedrohung für die Gesundheit junger Leute.

Vorgesetzte und Ausbildungsbetriebe im Fokus

Das Verhalten von Vorgesetzten wird von Lehrlingen sehr unterschiedlich wahrgenommen. 8,6 Prozent der gesunden Azubis sind der Meinung, dass Vorgesetzte nicht ausreichend Zeit für ihre Belange reservieren. 20,6 Prozent der Azubis mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind derselben Auffassung. Insgesamt sind die befragten Lehrlinge mit der Ausbildungssituation in ihren Betrieben „zufrieden“ bis „sehr zufrieden“. Lediglich 6,1 Prozent der Befragten äußerten sich über ihr Unternehmen negativ. Helmut Schröder, WIdO-Geschäftsführer, erklärte hierzu, dass die Gesundheit des Menschen eine zentrale Rolle spiele. Je gesünder er sei, desto attraktiver stelle sich der Arbeitsplatz in der persönlichen Wahrnehmung dar. Schröder sieht daher die Unternehmen in der Pflicht, wenn es darum geht, zukünftige Fachkräfte unter Miteinbeziehung gesundheitlicher Vorsorgemaßnahmen für den Arbeitsmarkt auszubilden.