Auch schwangere Frauen sollten sich gegen Grippe impfen lassen
Auch schwangere Frauen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Bisher galten immer die gleichen Empfehlungen. Die sogenannte echte Influenza kann für einige Risikogruppen gefährlich werden. So sind chronisch Kranke und ältere Menschen über 60 Jahre besonders gefährdet. Die Folgen einer Infektion mit dem Grippevirus kann erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben. Eine Grippe ist keine harmlose Erkältung, sondern eine schwere Erkrankung mit hohem Fieber, schmerzenden Gliedern und Husten. Die Experten sagen, dass der beste Zeitpunkt für eine Impfung zwischen September und Dezember liegt. Bei den chronischen Krankheiten gilt die Empfehlung für jedes Alter, denn Kinder mit Atemwegserkrankungen werden bei der Impfung oft nicht berücksichtigt. Seit dem letzten Jahr rät die STIKO auch schwangeren Frauen zu einer Impfung gegen die Influenza. Diese Empfehlung gilt vom zweiten Drittel der Schwangerschaft an, dem 2. Trimenon. Der Grund dafür sind Erkenntnisse aus der Schweinegrippe Pandemie.

Schwangere Frauen sind besonders gefährdet

Während der Schweinegrippe verlief die Krankheit bei schwangeren Frauen häufig besonders schwer. Sie mussten sehr oft in ein Krankenhaus eingeliefert werden und verloren häufig ihr Leben. Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist nach Ansicht von Experten das Risiko für Schäden an Lunge und Herz als Folge der Infektion am größten. In den USA gelten entsprechende Empfehlungen für Schwangere bereits seit längerer Zeit.

Schwangere müssen öfter wegen Grippe in die Klinik

Vor allem schwangere Frauen, die eine akute oder chronische Krankheit haben, müssen sich in Acht nehmen. Die Gefahr von gefährlichen Folgen der Influenza ist in solchen Fällen vom Beginn der Schwangerschaft an gegeben. Während der Zeit der Schweinegrippe wurde die besondere Gefährdung von Schwangeren deutlich. Der Umfang notwendiger Einweisungen in eine Klinik lag bei Patienten mit einer festgestellten Schweinegrippe allgemein bei 4,3 Prozent. Anders die Lage bei den schwangeren Frauen. Bei 27 Prozent der infizierten Frauen waren die Verläufe so schwer, dass sie nur in einem Krankenhaus behandelt werden konnten. Auch Zahlen aus den USA machen den Sinn einer Impfung deutlich. Dort starb ein Prozent der gesamten Bevölkerung an der Schweinegrippe, der Anteil der Schwangeren lag dagegen bei fünf Prozent.

Schutz für die Kinder inklusive

Auch die ungeborenen Kinder haben einen großen Nutzen, wenn sich ihre Mütter gegen Influenza impfen lassen. In den ersten sechs Lebensmonaten nach der Geburt dürfen sie nicht geimpft werden. Durch die Impfung der Mütter haben die Kinder aber ein um die Hälfte geringeres Risiko, sich mit dem Grippevirus zu infizieren und im Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Die Mütter bilden durch die Impfung Antikörper aus, die dann auf das ungeborene Kind übertragen werden und so einen gewissen Schutz ausbilden können.

Angst vor Nebenwirkungen ist unbegründet  

Mit ziemlicher Sicherheit können Schwangere sich ohne Vorbehalte impfen lassen. Größere Nebenwirkungen wurden bisher nicht gemeldet. In Amerika, wo Schwangere schon länger geimpft werden, sind keine auffallenden Befunde bekannt geworden. Ohnehin sind Nebenwirkungen bei der Grippeimpfung eher selten und recht  schwach. Es kann Rötungen oder leichte Schmerzen an der Einstichstelle geben, zudem klagen Patienten manchmal über schwache Grippesymptome. Eine Abwägung von Nutzen und Risiken, die bei einer Impfung immer sorgfältig gemacht werden sollte, fällt bei der Impfung gegen die saisonale Grippe sicherlich zugunsten der Immunisierung aus.