Ausbruch von Masern in der Hansestadt Lübeck
Ausbruch von Masern in der Hansestadt Lübeck

Die Gesundheitsbehörden warnen davor, dass sich die Krankheit unter Erwachsenen weiter ausbreiten könnte. Der Leiter der Lübecker Gesundheitsbehörde, Dr. Michael Hammerschmidt, macht deutlich, dass die Krankheit alles andere als harmlos ist. "Die Krankheit ist hoch ansteckend und tückisch, weil die ersten Symptome erst acht Tage nach der Infektion auftreten." Während dieser Inkubationszeit, also der Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, können sich aber weitere Menschen bereits anstecken. Besonders seien Personen  gefährdet, deren Geburtsjahr nach 1970 liegt. Gibt es keinen Impfschutz mehr, sollte die Impfung wiederholt werden. "Gegen Masern muss man zweimal geimpft sein, einmal reicht nicht," erklärt Hammerschmidt. Bei den vor 1970 geborenen Menschen ist das Risiko einer Ansteckung wesentlich geringer. Die meisten sind geimpft oder haben die Erkrankung schon einmal überstanden.

Behörden sind beunruhigt

Die neuen Fälle von Masern haben die Gesundheitsbehörden alarmiert. "Wir befürchten, dass sich die Krankheit in der Bevölkerung ausbreiten könnte," sagt Michael Hammerschmidt. In einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" betonte er aber auch, dass man die Situation zumindest im Moment unter Kontrolle habe. Leider sei man bei einem der Infizierten nicht in der Lage, alle Kontakte mit anderen Personen zurückverfolgen und so weitere Ansteckungen auszumachen oder auszuschließen.

Korrekte Diagnose ist Voraussetzung  

Die Behörden unternehmen alles, um die Verbreitung der Masern zu verhindern. Die Haus- und Kinderärzte, die Internisten und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte wurden in einem Rundschreiben über die Situation unterrichtet. Die Mediziner werden darauf hingewiesen, dass die Masern oft wie ein allgemeiner Atemwegsinfekt beginnen. Unspezifische Symptome wie Fieber, Schnupfen und Husten, Bindehautentzündung am Auge oder Ausschlag am Gaumen können auf viele Krankheiten hindeuten. Auch die aktuell beginnende Grippewelle kann zu solchen Erscheinungen führen. Es ist für die Ärzte deshalb wichtig, bei entspechenden Symptomen genauer hinzuschauen und die richtige Diagnose zu stellen.

Nebenwirkungen können gefährlich sein

Die Masern beginnen also mit unspezifischen Symptomen. Dann bilden sich weiße Flecken auf der Mundschleimhaut. Mit einem neuen Fieberschub tauchen nach drei bis fünf Tagen Rötungen hinter den Ohren auf, die sich dann rasch ausbreiten. Nach einigen Tagen verschwinden die roten Flecken. Während die Erkrankung bei Kindern meistens ohne Komplikationen verläuft, sind die Verläufe bei Erwachsenen schwerer. Als Nebenwirkungen können Lungen- oder Mittelohrentzündungen, Bronchitiden und sogar Hirnhautentzündungen auftreten.

Schnelle und genaue Information verhindert Ausbreitung

Schulen und Kindergärten in Lübeck wurden informiert. Bei entsprechenden Erkrankungen gibt es in den meisten Einrichtungen einen Aushang mit dem Hinweis, dass man die Masern im Haus habe. Man verlässt sich auf die Informationen aus dem Gesundheitsamt, aber auch auf die Hilfe der Eltern. Die würden von den Erfahrungswerten her die Sorgfaltspflicht den eigenen und auch anderen Kindern gegenüber sehr ernst nehmen, heißt es. Die rechtzeitige Meldung von Krankheits- und Verdachtsfällen an die Gesundheitsbehörden kann dazu beitragen, dass größere Ausbrüche der Krankheit verhindert werden.