Beginn der Zecken-Saison in Deutschland
Beginn der Zecken-Saison in Deutschland

Das Wetter wird besser, die Menschen gehen spazieren, und ab und zu schafft es ein kleines Spinnentier etwas Panik zu verbreiten – die Zecke. Selbst den vergangenen, extrem kalten Winter hat sie überlebt und bevölkert nun wieder Wälder und Wiesen auf der Suche nach Nahrung. Oft ist sie an Katzen oder Hunden zu finden, doch auch vor dem Menschen macht sie nicht Halt. Generell ist das Risiko eher gering, durch einen Zeckenbiss ernsthaft zu erkranken, sagt das Robert-Koch-Institut. Es gebe nur wenige Zecken, die ein Virus in sich tragen. Und selbst von den infizierten Menschen, würde nur ein geringer Teil ernsthaft erkranken. Trotzdem besteht die Möglichkeit, sich mit der Frühsommer-Meningoenzephalitits (FSME) oder der Lyme-Borreliose anzustecken.

Risikogebiete in Süddeutschland

Dabei ist das Risiko besonders in den südlichen Regionen, vor allem Bayern und Baden-Württemberg, am höchsten. Aber auch in Hessen und Thüringen kommt es zu Infektionen. Die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, Susanne Glasmacher, erklärte, dass pro Jahr durchschnittlich 300 Menschen in Deutschland an FSME erkranken würden. Wenn eine Infektion tatsächlich stattfindet, kommt es oft zu einem grippeähnlichen Krankheitsverlauf; bei etwa zehn Prozent der Infizierten tritt außerdem eine Hirnhautentzündung auf, die Behinderungen nach sich ziehen kann oder schlimmstenfalls tödlich endet. Trotzdem ist die Zahl der Erkrankungen relativ niedrig, zumal eine Impfung gegen FSME verabreicht werden kann.

Keine Impfung gegen Borreliose

Allerdings ist für die unterschätzte Borreliose keine Vorsorgeimpfung vorhanden; die FSME-Impfung schützt nicht gegen Borreliose. Der Wissenschaftler Jochen Süss bemerkte, dass in den Risikogebieten etwa 32 Prozent der Einwohner die Impfung in Anspruch nehmen würden. Sie wird vor allem für die Leute empfohlen, die sich kurz- oder langfristig in den Risikogebieten aufhalten, aber auch für diejenigen, die sich viel in der freien Natur aufhalten. Da es für die Borreliose keine Vorsorgemaßnahmen aus medizinischer Sicht gibt, sollte man besonders auf die Kleidung bei Spaziergängen etc. achten und lange, geschlossene Kleidung tragen.

Gute Behandlung möglich

Die Lyme-Borreliose verzeichnet jährlich etwa 80.000 Erkrankungen, die zu Gelenkbeschwerden, Lähmungen und auch Hirnhautentzündungen führen können. Allerdings trifft dies nur für unbehandelte Fälle zu; im Normalfall ist die Krankheit mit Antibiotika sehr gut zu behandeln. Außerdem sind auch hier längst nicht alle Zecken mit dem Erreger infiziert. Erst nach mehreren Stunden des Saugens können die Bakterien in den menschlichen Körper gelangen. Anzeiger für eine Erkrankung ist in den meisten Fällen ein roter Hautring um die Bissstelle, nach einigen Wochen treten erst weitere Symptome wie Gelenkschmerzen auf.

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