Beginn von Europas größter HIV-Selbsthilfe-Konferenz
Beginn von Europas größter HIV-Selbsthilfe-Konferenz

2011 waren nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts etwa 78.000 Menschen mit HIV infiziert. Auch wenn diese ein ziemlich normales Leben führen können, werden sie oft ausgegrenzt. Carsten Schatz aus dem Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) sagte dazu auf einer Pressekonferenz am Mittwoch: "HIV ist noch immer mit einem gesellschaftlichen Stigma behaftet. Das führt auch dazu, dass Menschen aus Angst vor Ausgrenzung nicht zum Test gehen und schwer krank werden." Die Konferenz "Positive Begegnungen" soll deshalb ermutigen. Sie soll vor allem aufklären, denn es gibt beispielsweise die Angst, sich bei Kontakt mit HIV-Infizierten anzustecken oder einfach falsche Vorstellungen vom Leben mit HIV.

Ein umfangreiches Angebot

Das Thema HIV/AIDS wird bei den "Positiven Begegnungen" auf etwa 50 Einzelveranstaltungen vertieft. Dies sind beispielsweise Vorträge, Selbsthilfeaktivitäten, Workshops, Demonstrationen und Partys. So findet am 23.08. der Kasseler Christopher Street Day für Respekt und Gleichberechtigung statt. Zudem gibt es noch ein Kongresscafé während der gesamten Veranstaltung.

Die Organisatoren

Organisiert wird die HIV-Selbsthilfe-Konferenz alle zwei Jahre von der Deutschen AIDS-Hilfe und der HIV-Selbsthilfe-Community. Die DAH ist eine Organisation, die sich mit dem Menschen und seiner Gesundheit beschäftigt. Einige der wichtigsten Aufgaben sind die Prävention und die Gesundheitsförderung von HIV-Infizierten und AIDS-Erkrankten, aber sie beschäftigen sich auch mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Die Deutsche AIDS-Hilfe arbeitet mit etwa 120 Mitgliederorganisationen zusammen. Dies informieren und beraten Menschen persönlich, telefonisch oder auch online.

Selbsthilfe als Mittel zur Bekämpfung

Jedes Jahr sterben auf der Welt etwa 1,6 Millionen Menschen an AIDS. Deshalb wurden auch auf der Welt-AIDS-Konferenz 2014 in Melbourne, Australien, Strategien zur Bekämpfung diskutiert. Ein großes Problem sind aber die weiten Entfernungen, die keine umfassende medizinische Versorgung, vor allem in den ärmeren Ländern Afrikas garantieren. Es hat sich aber gezeigt, dass auch hier Selbsthilfegruppen ein wichtiges Mittel sind.