Behandlungen im Krankenhaus nehmen deutlich zu
Behandlungen im Krankenhaus nehmen deutlich zu

Wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte, lag die Zahl der aus vollstationären Krankenhausbehandlungen entlassenen Patienten im Jahr 2009 bei 45 Millionen. Dies bedeutet ein Plus gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 7,7 Prozent – der höchste Zuwachs seit Erhebung dieser Daten. Die Zahl der Operationen mache hierbei knapp ein Drittel aus. Gut ein Viertel machen die nichtoperativen therapeutischen Maßnahmen aus, wie Strahlen-, Chemo-, Schmerz- und nuklearmedizinische Therapie, aber auch Verbandswechsel und Narkosen. Es folgen die diagnostischen Maßnahmen, beispielsweise Biopsie und Endoskopie, mit einem Anteil von gut 20 Prozent. Der Rest verteile sich auf die bildgebende Diagnostik (Röntgenmaßnahmen, Ultraschall oder CT), auf geburtsbegleitende Behandlungen, sowie die Medikamentierung. Auf jeden Krankenhausbesuch entfallen demnach im Schnitt 2,6 Maßnahmen.

Art der Maßnahmen ist altersabhängig

In der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahren gehöre die Entfernung der Rachenmandeln, sowie das Einschneiden des Trommelfells zu den häufigsten operativen Eingriffen. Bei Frauen stehen in der Altersgruppe von 15 bis 44 Jahren die Operationen im Vordergrund, die mit der Entbindung im Zusammenhang stehen. Bei Männern stellen in derselben Altersgruppe Operationen am Meniskus sowie arthroskopische Eingriffe die hauptsächlichen Maßnahmen dar.

Medizinische Maßnahmen in Deutschland

Medizinische Maßnahmen Anzahl*
Operationen 14,4 Mio.
nichtoperative
therapeutische Maßnahmen
12,1 Mio.
diagnostische Maßnahmen 9,1 Mio.
bildgebende Diagnostik 7,8 Mio.
ergänzende Maßnahmen 1,4 Mio.
spezielle Medikamente 0,3 Mio.
Medizinische Prozeduren
im vollstationären Bereich gesamt
45 Mio.

*Quelle: Statistisches Bundesamt

Geschlechtsspezifische Unterschiede

In der Altersgruppe der 45 bis 64-Jährigen sind bei den Frauen ebenfalls arthroskopische Operationen sowie die Gebärmutterentfernung die häufigsten Eingriffe. Bei den Männen seien in derselben Altersgruppe der Verschluss von Leistenbrüchen und ebenfalls arthroskopische Operationen die hauptsächlichen Maßnahmen. Ab dem Alter von 65 Jahren sind bei den Frauen die endoskopischen Operationen an den Gallengängen sowie die Implantation von Hüftgelenken die Spitzenreiter. Die Männer müssen sich in diesem Alter häufig Harnblasenoperationen unterziehen und ihre Leistenbrüche behandeln lassen.

Zusatzversicherung schaffen Sicherheit

Einen Grund für den Anstieg der Zahlen nannte das Statistische Bundesamt nicht. Eine Ursache könnte die Entwicklung der Demographie darstellen. Die alternde Bevölkerung bewirkt demnach eine steigende Notwendigkeit der stationären Behandlungen in Krankenhäusern. Ein sorgloser Blick in die Zukunft kann sich also nur der erlauben, der sich entsprechende abgesichert hat. Über Zusatzversicherungen könnten sich die Patienten die nötige Sicherheit für die Zukunft schaffen.