Bisphenol A in Babyfläschchen wird verboten
Bisphenol A in Babyfläschchen wird verboten

BPA ist ein Weichmacher. Der Stoff ist schon seit geraumer Zeit äußerst umstritten, denn er hat bereits in geringer Dosierung Auswirkungen, die dem weiblichen Hormon Östrogen ähnlich sind. In zahlreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass BPA den menschlichen Hormonhaushalt stören kann. Es besteht der begründete Verdacht, dass die alltägliche Chemikalie für die Unfruchtbarkeit sowohl bei Männern als auch bei Frauen verantwortlich ist. Weiter kann BPA das Risiko für Diabetes erhöhen und allgemein die sexuelle Entwicklung beeinflussen. In Deutschland werden in jedem Jahr rund 400.000 Tonnen des chemischen Stoffes verarbeitet. Er findet sich in vielen Kunststoffartikeln, in Thermopapier für Kassenbons und den Beschichtungen im Inneren von Dosen. Deshalb kommt jeder sehr häufig mit der Chemikalie in Kontakt.

Verbot wird vorsorglich ausgesprochen  

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sieht aber keine gesundheitlichen Probleme durch BPA in Lebensmitteln. Für den Weichmacher gibt es selbstverständlich auch einen Grenzwert. Das Verbraucherministerium stellt fest, dass die über die Nahrung aufgenommenen Mengen an BPA diesen festgelegten Wert nicht erreichen. Der Stoff ist weiter umstritten, und deshalb hat die EU-Kommission eine Richtlinie zur Einschränkung zum Verbrauch des Stoffes erlassen. Auf dieser Grundlage sei das Verbot von BPA in Babyfläschchen möglich geworden.

Verbot für Babyflaschen nicht ausreichend  

Andere Produkte fünfen aber weiter mit der Chemikalie hergestellt werden. Von allen Seiten wird bereits seit Jahren ein generelles Verbot gefordert. Patricia Cameron, Chemiefachfrau beim Umweltverband BUND, weist darauf hin, dass Kinder besonders gefährdet sind. Das Verbot von Bisphenol A für Babyfläschchen sei deshalb ein "Schritt in die richtige Richtung". Doch bereits im Mutterleib könne der Stoff Schaden anrichten. "Deshalb muss die Chemikalie auch für alle Anwendungen verboten werden, die Kindern und schwangere Frauen belasten." Alle Artikel für Kleinkinder und Produkte, die in irgendeiner Form mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen frei von BPA sein.

Zahlreiche Verbote bereits ausgesprochen

In Frankreich und in Dänemark ist  Bisphenol A bereits verboten. Auch in Australien, in Kanada und einigen amerikanischen Bundesstaaten hat man bereits die Konsequenzen aus den negativen Studienergebnissen gezogen und die Verwendung von BPA verboten. Der Umweltverband BUND hatte bereits 2009 in Schnullern BPA festgestellt. Daraufhin hatten mehrere Produzenten dieser Babyartikel ihre Produkte vom Markt genommen.

Verbraucher können ausweichen  

Auch Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace, hält BPA für einen gefährlichen Stoff. "Man muss BPA durch unschädliche Stoffe ersetzen," so seine Forderung. Und das ist durchaus möglich. Denn bereits heute gibt es eine ganze Reihe von Produkten für Babys, die ohne Bisphenol A hergestellt wurden. Diese Gegenstände – Schnuller, Fläschchen oder Spielzeug – sind mit dem Hinweis "bpa-frei" oder "bpa-free" gekennzeichnet. Wer sein Baby keinerlei Gefahren aussetzen will, der kann zu Glasflaschen greifen. Bei der Herstellung dieser Flaschen wird garantiert kein BPA verwendet.

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