Britische Forscher arbeiten an Super-Impfstoff gegen Grippe
Britische Forscher arbeiten an Super-Impfstoff gegen Grippe

Das Problem hierbei ist, dass die Mutation der Grippe-Viren auch soweit gehen kann, dass sich völlig neue Varianten entwickeln können. Bei diesen ist der Herstellungsprozess eines Impfstoffs dann oft sehr langwierig. So geschehen bei der bekannten Schweinegrippe. Hier dauerte es ganze sechs Monate bis die Forscher einen massentauglichen Impfstoff produzieren konnten – und dies auch nur mit umstrittenen Wirkungsverstärkern. Dass die Schweinegrippe letztlich weniger aggressiv ist als noch anfangs vermutet wurde, ist ein glücklicher Umstand. Die Frage ist allerdings, wie es sich mit Mutationen von bedeutend gefährlicheren Grippe-Typen verhält. Dann könnte wie zu Zeiten der Spanischen Grippe eine Pandemie drohen, der kaum Herr zu werden wäre.

Ein Impfstoff gegen alle Grippe Varianten

An diesem Problem arbeiten derzeit britische Forscher. Sie versuchen einen Impfstoff zu entwickeln, der auch gegen solche gefährlichen Grippe-Varianten schützen kann. Ein solcher Breitband-Impfstoff könne die befürchteten Ausbreitungen der Grippe verhindern helfen. Es würde bereits genügen, wenn ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung geimpft wäre – schon hierdurch könnte eine Ausbreitung wie bei der Schweinegrippe verhindert werden, so die Forscher.

Neue Impfstoff greift den Erreger direkt an

Das Team um Sarah Gilbert arbeitet am Jenner Institute Oxford in einer Kooperation mit der Oxford University an einem neuen Wirkungsmechanismus für Impfstoffe. Die von den Forschern entwickelten Vakzine greifen gezielt bestimmte Eiweiße im Inneren des Grippeerregers an. Bei der herkömmlichen Methode wird hingegen nur die Außenhülle der Erreger angegriffen. Verändert sich diese – zum Beispiel durch eine Mutation – werden die Erreger insgesamt resistent gegen die Impfstoffe. Berichten der Zeitung “The Guardian” zufolge sind die neuen Impfstoffe schon bei Menschen getestet worden. Elf Probanden wurden mit dem neuartigen Stoff geimpft und danach mit einem Grippe-Virus infiziert. Zum Vergleich wurden auch elf nicht geimpfte Personen infiziert.

Weitere Tests notwendig

Auch wenn für eine repräsentative Aussage die Anzahl der Teilnehmer an dieser Studie zu gering war, so sind die Ergebnisse laut Gilbert dennoch viel versprechend. Die geimpften Probanden erkrankten demnach seltener an der Grippe, als die nicht geimpften. Die Mini-Studie könnte demnach ein Durchbruch bedeuten auf der Suche nach einem Impfstoff, der vor allen Grippe-Typen schützt. Allerdings müsse die Forschung noch ausgeweitet werden. Erst nach einem Test an einer größeren Anzahl an Probanden können die Ergebnisse als valide betrachtet werden.

Forschung als Triebkraft in der Prävention von Krankheiten

Erst kürzlich wurde auf dem Gebiet der Forschung ein ähnlicher Durchbruch erzielt. Wissenschaftlern gelang es erstmals die Vermehrung des berüchtigten Krankenhauskeims MRSA zu verhindern. Beide Entwicklungen zusammen genommen bedeuten einen bedeutenden Fortschritt auf dem Gebiet der Prävention und der Behandlungen von Krankheiten.