Computerprogramm soll Fitness für Senioren unterstützen
Computerprogramm soll Fitness für Senioren unterstützen

Es ist noch nicht ganz ausgereift, doch man kann schon sehen, was daraus werden wird. Auf einem großen Bildschirm ist eine animierte Figur zu sehen, eine Puppe. Wenn der Anwender nun zum Beispiel seinen Arm hebt oder das Bein anwinkelt, so macht das die Bildschirmfigur nach. Nach einigen Wiederholungen dieser Bewegungen taucht ein Lob als Belohnung auf dem Bildschirm auf. Das alles sind Testläufe für ein Programm, das im Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) getestet wird. Auch waren Wissenschaftler am DFKI an der Entwicklung des Programms beteiligt, mit dem ältere Menschen Unterstützung für ihre Beweglichkeit bekommen sollen. Auch bei Rehabilitationsmaßnahmen könnte die neue Entwicklung eingesetzt werden. Tatsächlich könnte ein elektronischer Fitnesstrainer für Senioren entstehen.

Programm noch nicht ausgereift

Daniel Steffen arbeitet an dem europäischen Forschungsprojekt PAMAP, die Abkürzung für “Physical Activity Monitoring for Aging People”. Die körperlichen Aktivitäten älterer Menschen sollen also überwacht werden. Abgeschlossen ist die digitale Entwicklung noch nicht. So sind die Sensoren, die der Nutzer des Programms an seinem Körper anbringen muss, noch mit Kabeln versehen. “Die müssen noch drahtlos werden“, macht Daniel Steffen klar. Es werden noch einige Jahre vergehen, bis das Programm auf den Markt kommen kann. Doch schon im nächsten Jahr soll es größere Feldversuche geben.

Förderung des eigenständigen Handelns   

Zwei grundlegende Funktionen soll das Programm abdecken. Zum einen geht es um Hilfestellung für die Beweglichkeit des Nutzers. Der Anwender kann sich praktisch sein eigenes Bewegungsprofil erstellen, ansehen und überwachen. Eine Kontrollmöglichkeit kann zeigen, ob die körperliche Aktivität zu hoch, zu gering oder gerade richtig war. Die zweite Funktionalität zielt auf die Rehabilitation von Patienten ab. Nach Verletzungen oder Operationen könnte der digitale Coach gute Hilfestellung leisten. Der behandelnde Arzt gibt die entsprechenden Daten ein, der Patient kann dann zu Hause die entsprechenden Übungen durchführen. Auch falsches Verhalten wird sofort angezeigt und korrigiert. Es gibt eine Warnung, wenn der Patient sich zu viel oder zu wenig bewegt hat.

Nutzen der elektronischen Patientenakte 

Es wäre dann ebenfalls möglich, die Daten in einer Patientenakte zu speichern und sie auszuwerten. Alle Beteiligten können die Daten online ansehen. Der Arzt kann den Verlauf der Behandlung verfolgen und mit dem Nutzer Kontakt zu Beratungsgesprächen aufnehmen. So könnten ältere Menschern ihre Lebensqualität in eigener Regie und in ihrer gewohnten Umgebung verbessern. Das meint Professor Didier Stricker, der Leiter des Forschungsbereiches “Erweiterte Realität” am DFKI. Auch ist er der Meinung, dass der Einsatz eines derartigen Programms im Interesse des Staates liegen müsste.

Kostengünstig und sozial effektiv

Die demografische Entwicklung ist nicht wegzudiskutieren, und deshalb kann der Einsatz eines elektronischen Fitnesstrainers einen erheblichen Teil der Behandlungskosten einsparen. Das ist angesichts der Diskussionen um die Finanzierung des Gesundheitssystems ein wichtiger Aspekt. Doch auch die soziale Tauglichkeit des Systems steht für Professor Stricker fest. “Da kann sich die Oma dann zum Beispiel mit ihrer Enkelin aufs Sofa setzen und zusammen mit ihr die Übungen machen.”