Die Mehrheit der Eltern in Deutschland lässt ihre Kinder impfen
Die Mehrheit der Eltern in Deutschland lässt ihre Kinder impfen

Die deutschen Eltern lassen mehrheitlich ihre Kinder ohne Einschränkungen impfen. Lediglich ein Prozent der 3.000 befragten Eltern von Kindern bis zu 13 Jahren steht den Impfungen grundsätzlich ablehnend gegenüber. Doch immerhin gaben 35 Prozent der Eltern an, sich wegen Unsicherheiten oder Vorbehalten bereits einmal gegen eine einzelne Impfung entschieden zu haben. Die Hälfte dieser punktuellen Impfverweigerer war der Ansicht, dass die ausgelassene Impfung nicht unbedingt notwendig sei, bei 40 Prozent der Befragten war die Angst vor Nebenwirkungen zu groß. 60 Prozent der Eltern konnten den vorgesehenen Termin einer Impfung nicht einhalten, weil das Kind mit einem Infekt zu kämpfen hatte. Die elterliche Grundeinstellung beeinflusst natürlich das Impfverhalten. Kinder von impfkritischen Eltern waren zwischen 6 und 14 Prozent weniger durch Impfungen vor Krankheiten geschützt als Kinder, deren Erziehungsberechtigte Impfungen ohne Vorbehalte akzeptieren.

Ängste vor Schädigungen verhindern Impfschutz 

"Die Mehrheit der Eltern steht Kinderimpfungen zwar positiv gegenüber. Doch vor allem bei Masern, Keuchhusten und Hepatitis B ist der Impfschutz von vielen Kindern noch immer lückenhaft", so die BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott. Die Gründe für die nicht durchgängige Impfquote ist offensichtlich die große Furcht vor Nebenwirkungen. Mehr als die Hälfte aller Eltern fürchten leichte, 14 Prozent sogar schwere Nebenwirkungen nach Impfungen. Sechs Prozent der Befragten waren der Ansicht, dass dauerhafte Impfschäden durchaus möglich seien, und sogar 21 Prozent halten die Entstehung und Verstärkung von Allergien durch die Impfung für möglich.

Wissenslücken können Kinder gefährden 

Diese Annahme ist schlicht falsch und bereits wissenschaftlich widerlegt. Ganz allgemein verhindern wohl ähnliche Fehlinformationen oder Unwissenheiten, dass mehr Kinder geimpft werden. So glauben 68 Prozent der Eltern immer noch an die positive Wirkung einer überstandenen Krankheit. Auch halten mehr als ein Drittel der Eltern die Masern für eine leichte und ungefährliche Krankheit. Diese Haltung ist genauso falsch und gibt angesichts der in Deutschland immer wieder aufflammenden Maserninfektionen Anlass zur Besorgnis. Masern sind nicht harmlos und können zu schweren Schäden führen. Solche irreparablen Beeinträchtigungen können durch die Impfung der Kinder verhindert werden.

Arzt und Ärztin als Berater unersetzlich

Mehrheitlich sprechen sich die Eltern für die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut aus, halten sie für sinnvoll und will sie befolgen. Doch der Arzt ist als Vertrauensperson der bevorzugte Ansprechpartner. Er hat die meisten Eltern an anstehende Impftermine erinnert. Auch durch Faltblätter oder Broschüren in der Arztpraxis sind viele Eltern aufmerksam geworden. Das Gespräch mit dem Arzt ist der überwiegenden Zahl der Befragen als positiv in Erinnerung geblieben. Man habe sich gut beraten gefühlt, auch die Gründe für die Impfung und die möglichen Nebenwirkungen seien ausreichend erörtert worden.

Aufklärung und Information werden ausgeweitet

Die BZgA wird die Aufklärung verstärken und vor allem impfskeptische Eltern vermehrt ansprechen. Es gibt bereits eine Seite im Internet, auf der interessierte Eltern Informationen rund um das Thema Impfen abrufen können. Auch wenn der Arzt eine Schlüsselrolle bei Information, Beratung und Durchführung der Impfungen einnimmt, so nimmt auch das Internet als Informationsplattform an Bedeutung zu. 59 Prozent der Befragten wollten sich zukünftig über das Netz informieren.