EKG: Zwei von drei Herzinfarkten nicht rechtzeitig erkannt
EKG: Zwei von drei Herzinfarkten nicht rechtzeitig erkannt

Ein Elektrokardiogramm oder auch Herzspannungskurve ist die Aufzeichnung der Summe der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern. Für die Diagnostik bestimmter Herzrhythmusstörungen sowie von Herzinfarkten (Myokardinfarkten) in diese Untersuchungsmethode in der Medizin mittlerweile unverzichtbar. Doch neue Untersuchungen zeigen ein alarmierendes Ergebnis: Nur 30 Prozent der Infarkte werden überhaupt mit dem klassischen EKG ermittelt. Überkehrt bedeutet dies: Auch wenn ein EKG unauffällig ist und der Mediziner Entwarnung gibt, kann ein Infarkt vorliegen oder drohen. Nun bietet jedoch eine neue Untersuchungsmethode Grund zur Hoffnung. Während das EKG keine Anzeichen auf einen drohenden Herzinfarkt aufwies, habe die sogenannte “Cardiogoniometrie” (CGM) eindeutige Ergebnisse geliefert”. Somit kann ein drohender Herzinfarkt sofort angezeigt und frühzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Herzinfarkte mit EKG oft nicht erkannt

Die medizinische Diagnostik auf Basis des klassischen Elektrokardiogramms (EKG) ist “Welt Online” zufolge äußerst fehlerhaft. Rund zwei von drei Herzinfarkten würden mittels EKG nicht bzw. nicht rechtzeitig erkannt. Die Folge: Viele Patienten erleiden, trotz vorheriger Untersuchung, unvorbereitet einen Infarkt, der in nicht seltenen Fällen tödlich endet.

Abhilfe durch neues Diagnoseverfahren

Ein neues Diagnoseverfahren könnte dagegen Abhilfe schaffen: Die Untersuchungsmethode der Cardiogoniometrie wird derzeit am Herzzentrum Bad Segeberg getestet. Mithilfe der CGM konnte bereits ein bevorstehender Infarkt ermittelt werden und dies obwohl der Patient im Vorfeld keine Anzeichen aufwies. Da die Ärzte vorbereitet waren, überstand der Betroffene den Myokardinfarkt ohne weitere Komplikationen und Spätfolgen weiter. Erste Studien haben zudem gezeigt, dass die Aussagekraft von CGM zweieinhalb Mal treffsicherer ist als das bisherige EKG. Außerdem sei die neue Methode einfach handhabbar und könne auch bei Patienten mit Behinderung oder körperlichen Einschränkungen angewendet werden.

Verbesserte Diagnostik

Setzt sich die CGM durch, könnte künftig jeder Hausarzt eine drohende Herz-Kreislauf-Erkrankung beinahe treffsicher diagnostizieren oder im Falle eines akuten Infarktes sofortige Notfallmaßnahmen einleiten. Zusätzlich könnte die Diagnostikmethode vereinfacht werden, weil schwerwiegende Herzerkrankungen schnell ausgeschlossen werden könnten. Denn in vielen Fällen rühren stechende Schmerzen in der Brust v.a. bei jungen Menschen nicht vom Herzen, sondern von der Muskulatur.

Anwendung bei Hausärzten in strukturschwachen Regionen

Die neue CGM Diagnosetechnik soll insbesondere bei Hausärzten in strukturschwachen oder ländlichen Regionen Anwendung finden. Herzspezialisten erwarten, dass die Geräte im niedergelassenen Bereich eine wichtige Entscheidungshilfe für Ärzte darstellen wird. So kann der Hausarzt schneller beurteilen, ob der Patient in eine Klinik überwiesen werden soll, oder ob eine weiterführende ambulante Therapie ausreicht.