Eltern sollen für Behandlung jugendlicher Komasäufer zahlen
Eltern sollen für Behandlung jugendlicher Komasäufer zahlen

Nach einer Statistik der DAK hat sich die Zahl der Jugendlichen im Alter von 10 bis 20 Jahren, welche nach Alkoholkonsum in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten, nahezu verdreifacht. Und das in nur acht Jahren. Bundesweit stieg die Zahl 2008 auf über 25.000 an. Besonders erschreckend hierbei ist, das der Anteil der 10 bis 15 Jährigen bei mittlerweile ein Fünftel ausmacht. Und die Anzahl der Jugendlichen-Komasäufer steigt weiter. So betrug nach Auskunft der DAK die Steigerung im Bundesland Hessen erneut vier Prozent, verglichen mit 2008. Und auch die Zahl der 10 bis 15 Jährigen, welche zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten, steigt weiter, liegt im Bundesland bei einem Drittel. Eltern sollen einen Teil der Krankenhauskosten zahlen, fordert Jens Spahn von der CDU.

Problemlösung und Suche nach Verantwortlichen

Das Problem ist klar und eine Lösung müsste her. Die Frage nach Verantwortlichkeiten hingegen scheint in der Politik als erstes auf der Agenda zu stehen. Anstelle eines Austauschs über mögliche Gegenmaßnahmen, wird in der Öffentlichkeit über Haftung udn die Beteiligung von Kosten debattiert.

Alkohol-Werbung und Konsum: Studie sieht Zusammenhang

Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn äußerte sich besorgt, die steigende Zahl der jugendlichen Komasäufer sei erschreckend. Da die Nehandlungen in der Notaufnahme viel Geld kosten, sollen die Eltern der Kinder in Zukunft einen “großen Teil der Behandlungskosten tragen”, so Spahr in einem Zeitungs-Interview. Er verwies auf die elterliche Aufsichtspflicht, die offensichtlich vernachlässigt würde. Eine Studie kommt bei Thema Verantwortlichkeiten zu einem anderen Schluss: Je mehr Jugendliche Alkoholwerbung schauen, desto mehr Alkohol trinken sie. Demnach bestünde ein starker Zusammenhang zwischen Alkoholwerbung und Alkoholkonsum junger Menschen.

Aufklärung kann die Zahlen reduzieren

Die Krankenkassen versuchen dem Problem mittels Aufklärung Herr zu werden. Kampagnen wie “Bunt statt blau” sollen Jugendliche über die Gefahren des Alkoholkonsum informieren. In Sachsen zum Beispiel konnten zwischen 2008 und 2009 erste Erfolge in diesem Bereich gefeiert werden: Die Zahl der jugendlichen Komasäufer ging hier um 16 Prozent zurück.