Endlich Frühling - Schwere Zeiten für Allergiker
Endlich Frühling - Schwere Zeiten für Allergiker

Dieser Winter kam wirklich mit sehr tiefen Temperaturen und großer Ausdauer daher. Ist es im Winter weniger kalt, dann fängt der Pollenflug schon im Januar mit der Blüte der Erlen und Haselsträucher an. Doch erst Mitte Februar konnten die Messstationen in diesem Jahr ein paar versprengte Pollen vermelden. Wenn nun die ersten warmen Frühlingstage für den Aufbruch der Menschen in Eisdielen, Biergärten und Parkanlagen sorgen, sehen Allergiker eher skeptisch in die nähere Zukunft. Hans Merk, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA), kennt den Grund für die Sorgen der Allergikerund teilt die Skepsis: “Der Pollenflug kommt spät, aber er mit Macht.“ Viele Menschen sind von der allergischen Wirkung der Pollen betroffen. In knapp 86 Prozent aller Allergietests finden sich Pollen als Allergieauslöser.

Doppelbelastung

In Deutschland reagiert jeder Dritte gegen irgendeinen Stoff allergisch. Vom Heuschnupfen sind ungefähr 20 Millionen Deutsche betroffen. Die Blütenpollen führen bei den empfindlichen Menschen zu tränenden und juckenden Augen, zu laufenden Nasen und Niesanfällen. In diesem Jahr werden die Beschwerden noch gravierender sein, denn nicht nur der verzögerte und deshalb massive Pollenflug von Hasel und Erle wird die Schleimhäute reizen. 2010 wird ein besonderes Jahr für die Birken, die alle zwei Jahre besonders großzügig mit ihren Pollen umgehen. Wir befinden uns in einem solchen Jahr, so dass Menschen mit einer Birkenpollenallergie besonders große Probleme bekommen können.

Gefahr durch Heuschnupfen  

Hans Merk warnt davor, den Heuschnupfen als eine lästige, aber harmlose Erscheinung abzutun. Eine allergische Entzündung kann schlimme Auswirkungen haben. Sie kann die Bronchien befallen oder im schlimmsten Fall zu allergischem Asthma führen. Rasselnde Atmung, Atemnot und chronischer Husten sind die Symptome für diese Erkrankung. Deshalb sollte Heuschnupfen auf jeden Fall behandelt werden.

Schutzmaßnahmen

Es gibt ein paar einfache Tipps von Fachleuten, die jeder zum Schutz vor den Folgen des Pollenfluges befolgen kann. Allergiker sollten ihre Kleidungsstücke wechseln, wenn die von draußen in die Wohnung kommen. Es kann auch helfen, wenn man die Haare abends wäscht oder zumindest mit Wasser ausspült. So wird ein Teil der Pollen bereits entfernt. Gerade im Frühling lädt das schöne Wetter natürlich ein, die Wäsche an der Luft zu trocknen. Doch das sollten Allergiker tunlichst vermeiden. In der Wäsche setzt sich der Blütenstaub fest und verursacht die bekannten Beschwerden. Der Pollenflug im ländlichen Bereich hat eine andere Struktur als in der Stadt. Auf dem Land sind Pollen in den Morgenstunden am meisten verbreitet, in der Stadt ist die Belastung abends am höchsten. Experten empfehlen also, das Schlafzimmer nachts zu lüften. Morgens und auch den ganzen Tag über sollte das Fenster geschlossen bleiben.

Medikamente

Viele Allergiker haben so massive Beschwerden, dass der Griff zu den Medikamenten unausweichlich ist. Die Symptome lassen sich mit Antihistaminika, mit Nasen- und Augentropfen, Sprays oder Tabletten lindern. Wird der Heuschnupfen unerträglich, so ist der Gang zum Arzt nötig, der stärkere Medikamente verschreiben kann. Neu auf dem Markt ist die sogenannte “Grastablette”, die erst vor kurzem zugelassen wurde. Diese Immuntherapie soll genau so gut wirken wie die Spritzen, mit der die zu starke Reaktion des Immunsystems gedämpft wird. Geringe Nebenwirkungen und Kostengünstigkeit zeichnen diese Tablette aus. Wer nun jeglicher medikamentösen Behandlung abhold ist, kann mit Akupunktur sein Glück versuchen. Es gibt einige Studien, die die Wirksamkeit der Behandlung mit den Nadeln bei Allergien und Asthma belegen.

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