Hospiz und Paliativversorgung
Hospiz und Paliativversorgung in Deutschland

Menschen, die sich in ihrer letzten Lebensphase befinden, benötigen oft eine spezielle Betreuung, die über die Leistungen von Pflege im Pflegeheim oder auch in den eigenen vier Wänden hinaus geht. Um die Begleitung egal an welchem Ort zu stärken, hat der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zusammen mit dem Bundeskabinett Ende April das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (Hospiz- und Palliativgesetz – HPG) in Deutschland verabschiedet.

Weiterentwicklung der Palliativbehandlung

Ein wichtiger Punkt dieses Gesetzes ist ein deutschlandweites Hospiz- und Palliativangebot, das sich nicht nur auf große Städte bezieht, denn auch in den ländlichen Regionen gibt es Menschen, die ein solches Angebot benötigen. Desweiteren soll auch die ambulante Palliativbehandlung weiterentwickelt werden und es soll mehr finanzielle Hilfe für stationäre Hospize geben. Ebenso sollen künftig Krankenhäuser, die eine palliative Behandlung durchführen, dafür eine spezielle Vergütung von der Krankenkasse erhalten. So sollen diese in Zukunft 95 statt der bisher 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten für ein Hospiz tragen und das Honorar für Palliativmediziner, die ambulant tätig sind, soll erhöht werden. Für Angehörige, die beispielsweise ihren Ehegatten in der letzten Lebensphase begleiten möchten, gibt es die Familienpflegezeit, die es ermöglicht eine bis zu dreimonatige Auszeit dafür vom Beruf zu nehmen, auch wenn sich der Sterbende in einem Hospiz befindet.

Auswirkungen auf Pflegeheime

Pflegebedürftige, die stationär in einem Pflegeheim untergebracht sind, erleben dort auch oft ihre letzte Lebensphase. So wird es auch dort in Zukunft Veränderungen geben. So soll es beispielsweise für die Bewohner in dieser Phase spezielle Angebote geben. Dazu seien Kooperationen zwischen den Pflegeeinrichtungen, Ärzten und den Hospizdiensten notwendig.

Bedeutung für das Pflegepersonal

All dies hat jedoch auch Auswirkungen auf das Pflegepersonal, welches künftig besser für die Sterbebegleitung geschult werden muss. Dies ist eine wichtige, aber auch nicht sehr einfache Aufgabe für die Pflegekräfte, egal ob im Pflegeheim, im Krankenhaus oder ambulant. Zur Ehrung aller, die im Pflegebereich tätig sind, findet jedes Jahr am 12. Mai, dem Geburtstag der Begründerin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale, der Internationale Tag der Pflege statt. Dazu gibt es in verschiedenen Städten Aktionstage und einen Kongress des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) – der Interessenvertretung für Angestellte im medizinischen Bereich. Mittlerweile gibt es weitere Berufsverbände wie den Verband medizinischer Fachberufe e.V.  Während der DBfK Angestellte der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege unterstützt, vertritt der Verband medizinischer Fachberufe neben den Medizinischen Fachangestellten auch die zahnmedizinischen sowie tiermedizinischen Fachangestellten und die Zahntechniker – auch gewerkschaftlich.

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