Gesundheitliche Spätfolgen durch radioaktive Strahlung
Gesundheitliche Spätfolgen durch radioaktive Strahlung

Die Augen der Welt richten sich derzeit auf Japan. Nachdem im Atomkraftwerk Fukushima bereits zwei Reaktoren explodiert sind, scheint eine Kernschmelze immer wahrscheinlicher. Wie die Internationale Atomenergiebehörde IAEA mitteilt, wurden in Nähe der Anlage Strahlendosen von bis zu 400 Millisievert je Stunde gemessen. Schon 100 Millisievert sind hochgradig krebserregend. Zudem konnten bereits die radioaktiven Stoffe Cäsium-137 und Jod-131 nachgewiesen werden. Sie gelangen leicht in die Luft und können sich weit verbreiten. Durch ungünstige Winde wird derzeit auch die Millionenmetropole Tokio von radioaktiven Wolken bedroht. Laut Bundesministerium für Strahlenschutz haben die Menschen in Deutschland jedoch nichts zu befürchten. Für die Betroffenen in Japan gibt es nur wenige Möglichkeiten sich gegen die radioaktiven Strahlen zu schützen. Ein Atemschutz kann gegen flüchtige radioaktive Stoffe nichts ausrichten. Die Regierung verteilt derzeit Jodtabletten, die gegen die schädliche Wirkung des radioaktiven Jod-131 schützen sollen. Radioaktive Ablagerungen sind eine tickende Zeitbombe für den Menschen. Sie verbleiben sehr lange im Körper und können noch nach sehr langer Zeit Krebs auslösen.   

Konkrete Messwerte fehlen

Bei einer Kernschmelze treten neben Cäsium-137 und Jod-131 auch Uran, Plutonium und andere Spaltprodukte wie Krypton oder Strontium aus. Wie das Bundesministerium für Strahlenschutz mitteilte, wurden in Japan jedoch zu wenige Radioaktivitätsmessungen vorgenommen, um konkrete Aussagen über die Höhe der Freisetzungen aus dem beschädigten Kraftwerk treffen zu können. Die Tatsache, dass von Messungen radioaktiven Jods und Cäsiums berichtet wird, sei allerdings ein eindeutiger Hinweis darauf, dass ein Reaktorkern erheblich beschädigt ist.

Krebsrisiko jahrelang erhöht

Die radioaktiven Stoffe werden vom Menschen durch das Einatmen der kontaminierten Luft und radioaktiver Staubpartikel aufgenommen. Sie können insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in der Nähe des Reaktors zu einem erhöhten Leukämie- und Krebsrisiko führen. Dabei können die Krebserkrankungen noch Jahrzehnte nach dem Einatmen der radioaktiven Partikel auftreten. Noch gefährlicher ist es für die Menschen, die sich im Nahbereich des Reaktors befinden und der unmittelbaren Strahlung ausgesetzt sind. Bei ihnen kann es zu einer akuten Strahlenkrankheit kommen. Beträgt die Strahlung über 500 Millisievert können gesundheitliche Schäden bereits innerhalb von Stunden, Tagen oder Wochen auftreten.

Schutz durch Jodtabletten 

Für die Menschen in der näheren und ferneren Umgebung des Reaktors sind vor allem Jod-131 und Cäsium-137 besonderes gefährlich. Jod-131 weist zwar eine relativ geringe Halbwertszeit auf (8 Tage), doch durch seine niedrige Schmelztemperatur gelangt es leicht in die Luft und verbreitet sich großflächig. Durch die rechtzeitige Einnahme von Jod-Tabletten kann die schädliche Wirkung des Jod abgemildert werden. Das nicht-radioaktive Jod verhindert, dass sich radioaktives Jod in der Schilddrüse ablagert.

Große Gefahr durch Cäsium-137 

Auch das radioaktive Cäsium-137 wird durch die Luft verbreitet. Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von bis zu 30 Jahren. Es ist aber besonders gefährlich, da es keine Möglichkeit gib, etwa durch Medikamente, seine Schädlichkeit abzumildern. Cäsium gelangt in das Innere der Muskel- beziehungsweise Nebevenzellen und kann dort die Prozesse zwischen dem Zellinneren und der Zellumgebung schädigen. Um die Bevölkerung zu schützen, müssen weite Teile um den Reaktor evakuiert werden. Sie werden auf unbestimmte Zeit für Menschen unbewohnbar bleiben.

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