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Warnung vor der Influenzsaison © panthermedia.net / Oleg Dudko

In Deutschland ist ein deutlicher Rückgang an Grippeimpfungen zu verzeichnen. Die von der Weltgesundheitsorganisation geforderte Impfquote von mindestens 75 Prozent bei Risikogruppen wird nicht erreicht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) reagiert zusammen mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) mit einer Kampagne.

Die Anzahl der Impfungen sinkt

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine abnehmende Tendenz der Grippeimpfungen festgestellt. In einer gemeinsamen Pressemitteilung wird vor der Impflücke gewarnt. Zu einer besonderen Risikogruppe zählen Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Jedoch impften sich von diesen Menschen im Jahr 2012/13 nur 50 Prozent, 2013/14 waren es 49 Prozent Von den chronisch Kranken zwischen 18 und 59 Jahren, die ebenfalls einer hohen Ansteckungsgefahr unterliegen, haben sich nur 24 Prozent impfen lassen. Vor allem Menschen mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen und Asthma sowie medizinisches Personal und Schwangere ab dem vierten Monat sind besonders gefährdet.

Folgen für Risikogruppen

Die Folgen der Influenza können für diese Risikogruppen lebensbedrohlich sein. Die Untersuchungen des RKI ergaben, dass im vergangenen Winter ungefähr 6,2 Millionen zusätzliche Arztbesuche, 31.000 Krankenhausaufenthalte und geschätzte 88.000 Erkrankungsfälle insgesamt registriert wurden. Abgesehen von der Schweinegrippeepidemie im Jahre 2009, handelt es sich dabei um den höchsten Stand seit 2001.

Der Impfstoff

Der Impfstoff der Grippeimpfung setzt sich zusammen aus drei Influenzavirustypen. In diesem Jahr unterscheidet sich der Impfstoff in zwei von drei Komponenten von dem Impfstoff des letzten Jahres. 2014 bot der Wirkstoff keinen optimalen Schutz, da sich der damals zirkulierende Virenstamm H3N2 weiter genetisch verändert hatte. Obwohl die Saison meist ab Januar beginnt, raten Experten sich schon ab Oktober impfen zu lassen. Virologen empfehlen aktuell auch Flüchtlingsheime mit dem Impfstoff zu versorgen. Aufgrund der physischen Belastung der vergangenen Wochen, seien diese sehr anfällig für Infektionen. Doch trotz dieser Maßnahmen ist eine ausreichende Anzahl an Impfdosen vorrätig, wie die Direktion des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München versichert hatte.

Kampagne zur Aufklärung

Als Gründe für die sinkende Impfzahl wurden Misstrauen gegen den Impfstoff festgestellt sowie die Annahmen, dass die Impfung nicht wirkt oder Erkrankungen hervorrufe. Um diese Irrtümer zu beseitigen und die Wissenslücken der Bevölkerung zu schließen, haben die BZgA und das RKI eine Kampagne gestartet. Dabei wurden Informations- und Aufklärungsangebote in Medienpaketen an Einrichtungen wie Arztpraxen und Apotheken versandt.