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Mehr Hepatitis E-Erkrankungen in Deutschland registriert © panthermedia.net / Franck Boston

Die Krankheit, welche lange dafür bekannt war, nur in Asien und Indien ein Risiko darzustellen, zeigt sich auch in Deutschland immer häufiger. Laut Robert Koch Institut hat sich die Zahl der Neuinfektionen (PDF) von 2013 bis 2014 mit 670 Fällen fast verdoppelt. Dabei zeigten die Erkrankten in ihrer Patientengeschichte keinen Aufenthalt in den Gefahrenländern oder hatten Kontakt zu einer infizierten Person. 

Hepatitis E – unauffällig bis tödlich

Auslöser der Krankheit ist das in fünf verschiedenen Genotypen auftretende Hepatitis-E-Virus. Die Inkubationszeit beträgt etwa 30-60 Tage und verläuft größtenteils unbemerkt. Anfangs äußert sich der Befall wie bei einer normalen Influenza: Kopf und Gliederschmerzen, welche nach einiger Zeit wieder abklingen. In schlimmeren Fällen führt die Infektion zum Tod. Die im Volksmund auch Leberentzündung genannte Krankheit ist bei schwangeren Frauen im letzten Drittel der pränatalen Phase und bei Personen mit Schäden der Leber sehr risikoreich. Im Verbreitungsland China ist seit 2012 ein Impfstoff zugelassen.

Die medikamentöse Behandlung in Deutschland

Im Gegensatz zu HEV 209 in China gibt es für Deutschland kein konkretes Gegenmittel. Die Behandlung der Krankheit erfolgt meist durch ein Eindämmen der Symptome. Zudem ist fraglich, ob der chinesische Impfstoff bei den deutschen Erregern überhaupt wirken würde. In Europa sind es andere Genotypen des Erregers. Der in Deutschland auftretende Genotyp wird von Tieren auf den Menschen übertragen. Bekannte Träger sind zum Beispiel Zucht- und Wildschweine. Die Erreger sind bei einer Erhitzung der Speisen prinzipiell ungefährlich. Der Verzehr von rohem Schweinefleisch, wie zum Beispiel in Form von Schweinemett kann jedoch gefährlich sein. Auch der Kontakt zu Tieren birgt das Risiko der Ansteckung. In Asien erfolgt die Übertragung durch verunreinigte Wasserquellen oder die Kontakt- und Schmierinfektion.

Ausblick

Vor dem Hintergrund des rasanten Anstieges der letzten drei Jahre sollte unbedingt ein größeres Bewusstsein für die Krankheit geschaffen werden. Personen mit Vorschäden der Leber und Schwangere sollten darauf achten, sich nach dem Kontakt mit Tieren, die Hände gründlich zu reinigen. Rohes Fleisch ist zudem tabu, was zumindest werdenden Müttern klar sein sollte. Ein Impfstoff ist in Deutschland noch nicht geplant.