Zahnarzt
Viele Kleinkinder leiden unter Karies © panthermedia.net / Anna Bondar

Die Zahngesundheit vieler Kleinkinder ist mangelhaft. Die DAK-Gesundheit und die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KZVH) hat reagiert und versucht durch einen gemeinsamen Vertrag zu einer besseren Zahnversorgung von Müttern und Kindern beizutragen.

25 Prozent der Vierjähringen sind nicht kariesfrei

Immer mehr Kleinkinder leiden unter Karies. Das zeigt eine Querschnittsstudie aus Hessen an der 5.900 Kindergartenkinder teilnahmen. Das erschreckende Ergebnis: Nur 16 Prozent der Dreijährigen und 25 Prozent der Vierjährigen waren kariesfrei. Bei 15 Prozent der Dreijährigen fanden sich im Durchschnitt vier Löcher, bei den Vierjährigen waren es 13 Prozent. Doch das Karies-Problem bei Kleinkindern gilt bundesweit: Frühkindliche Karies gilt als häufigste chronische Erkrankung bei Kindern im Vorschulalter, heißt es in der Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu dieser Thematik. „Annähernd die Hälfte aller kariösen Defekte, die bei der Einschulung festgestellt werden, entstehen in den ersten drei Lebensjahren“, so der KZVH weiter.

Vorsorgeangebot für junge Familien

Die DAK-Gesundheit und die Kassenärztliche Vereinigung Hessen haben angesichts der Situation kürzlich einen neuen Vertrag abgeschlossen. Das Programm setzt bereits bei den schwangeren Frauen an, um sie für das Thema Zahnvorsorge zu sensibilisieren. Das Programm beinhaltet Zahn-Vorsorgeuntersuchungen und Zahnputztraining bereits während der Schwangerschaft. Außerdem soll ein größeres Angebot bei der Zahnvorsorge für das Kind (im 6. bis 30. Lebensmonat) geschaffen werden. „Fühkindliche Karies lässt sich erfolgreich verhindern, wenn schon werdende Eltern in die Vorsorge einbezogen und aufgeklärt werden“, so Sötkin Geitner, Vertragschefin der DAK-Gesundheit in Hessen. Weiter heißt es, dass auch für die werdenden Mütter das Thema Mundhygiene eine erhebliche Rolle spiele, da Infektionen im Mundbereich ein mögliches Risiko für Frühgeburten sein könnten.

Nuckelflaschenkaries vorbeugen

Karies kann zu einem erheblichen Leidensdruck bei Kleinkindern führen. Auch die Folgeprobleme dürfen nicht unterschätzt werden. Doch bei vielen Eltern scheinen Wissenslücken zu bestehen, warnt auch die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit für die Stadt Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis (AGZ-RNK) und verweist ebenfalls auf das Problem „Nuckelflaschenkaries“. Das Nuckeln an Saugflaschen kann die Entstehung von Karies fördern, meldet auch die Zahnärztekammer Berlin: „Auf die Gabe von Nuckelflaschen sollten Eltern so früh wie möglich verzichten. Sobald das Kind eigenständig sitzt, kann es auch lernen, aus dem offenen Becher zu trinken. Trinkt das Kind noch aus einer Nuckelflasche, so sollte diese nur zur Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme gegeben werden, keinesfalls zum Dauernuckeln oder als Schnuller-Ersatz.“

Bis 2020 sollen 80 Prozent der 6- bis 7-Jährigen in Deutschland kariesfrei sein – dieses Ziel formuliert die kassenärztliche Bundesvereinigung in einem Papier. Grundlage für diese Erklärung sei, so Dr. Wolfgang Eßer vom Vorstand des KZBV in einer Pressemitteilung, eine Expertise der Weltgesundheitsorganisation und des Weltzahnärzteverbandes.