Keine Einreisebeschränkung für HIV-Infizierte in die USA
Keine Einreisebeschränkung für HIV-Infizierte in die USA

Schon Obamas Vorgänger George W. Bush hatte im Juli 2008 ein Gesetz zur Abschaffung dieser Beschränkung unterzeichnet, allerdings fehlte die Veröffentlichung einer abschließenden Regelung und somit hatte das Gesetz vom dortigen Gesundheitsministerium keine Anwendung gefunden. Seit 1987 war es HIV- und AIDS-Erkrankten nicht mehr erlaubt, ein Visum zu bekommen, das länger als 30 Tage gültig war. Dieses Verbot war in einer Zeit entstanden, als Panik in Bezug auf die noch ziemlich unbekannte Krankheit die vorherrschende Reaktion war. Mit zunehmendem Wissen über die Immunschwäche änderte sich die allgemeine Haltung.

Einreiseverbot in vielen Ländern

Nach und nach hoben viele Staaten dieses Gesetz allerdings wieder auf. Heute gibt es nur noch ein Dutzend Länder, in denen das Einreiseverbot noch präsent ist. Diese sind unter anderem Russland, Armenien, Libyen, Saudi-Arabien, die Ukraine und der Irak.

Bereits im Oktober 2009 hatte US-Präsident Obama die Abschaffung angekündigt und setzte den Entschluss nun in die Tat um. Seiner Meinung nach, hätte das Verbot „mit Angst, nicht mit Fakten zu tun“ gehabt. Die Vereinigten Staaten waren im Kampf gegen die Immunschwäche-Krankheit weltweit führend, für AIDS-Kranke aus dem Ausland war es jedoch nicht möglich, sich über einen längeren Zeitraum in dem Land aufzuhalten. Dadurch gab es auch keine Chance für Betroffene, dort zur Schule zu gehen, ein Studium zu absolvieren oder arbeiten zu gehen und sich ein neues Leben aufzubauen.

UN begrüßen Entscheidung

Menschenrechtsorganisationen sowie UNAIDS, die AIDS-Organisation der Vereinigten Staaten, begrüßten daher das verabschiedete Gesetz. Diskriminierung und Menschenunwürdigkeit würden zumindest in diesem Punkt ein Ende gefunden haben.

Die neue Regelung erlaubt es der USA nun 2012 zum ersten Mal eine Weltaidskonferenz auszurichten, wobei Experten, Politiker und Aktivisten alle zwei Jahre zusammentreffen, um die Ausbreitung von AIDS weiter zu bekämpfen.

Weniger HIV-Tote

Heutzutage habe sich die Sterblichkeit von HIV-Patienten um die Hälfte verringert. Durch die sogenannte hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) sei die Lebenserwartung für Infizierte enorm gestiegen, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet. Seit 1996 wird die Methode angewandt und zeigt eine enorme Stärkung der Immunschwäche bei HIV-Patienten. Für Infizierte, bei denen die Krankheit bereits ausgebrochen ist, bedeutet die Behandlung immerhin eine deutliche Verlängerung der Lebenserwartung.

Die UN verzeichnet aktuell 33,4 Millionen HIV-Infizierte auf der ganzen Welt. Seit 2001 gehe die Zahl der Neuinfektionen zurück. Ausnahmen stellen die Länder in Osteuropa und Zentralasien dar, wo die Anzahl ansteige.  

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