Krankenversicherung untersucht Lebensstil in Deutschland
Krankenversicherung untersucht Lebensstil in Deutschland

Ein Croissant und ein Coffee to go – das ist ein typisches Frühstück vieler Deutscher, die entweder verschlafen haben oder sich ein leckeres Frühstück einfach nicht gönnen wollen. Doch wer seinen Arbeitstag mit einer hektischen Mahlzeit beginnt, lebt ungesund. Die Deutsche Sporthochschule in Köln untersuchte in diesem Zusammenhang den Lebensstil der Deutschen und befragte 2500 Menschen aus den verschiedenen Bundesländern. Im Blickpunkt der Forscher standen ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung, die Belastung durch Stress und der Verzehr von Genussmitteln wie Alkohol oder Nikotin. Insgesamt leben knapp 14 Prozent aller Befragten rundum gesund und erreichten in allen Bereichen die Mindestanforderungen. Als Sieger der von der Deutschen Krankenversicherung (DKV) aufgetragenen Studie ging das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hervor. 19,8 Prozent der Menschen führen ein gesundes Leben mit ausreichend Bewegung und weniger Stress als in den restlichen Bundesländern. Die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt hingegen lebt am ungesündesten. Nur 7,9 Prozent der Befragten erfüllten in diesem Bundesland alle Kriterien für eine gesunde Lebensweise.

Bildung unbedeutend für Gesundheitsbewusstsein

Da die Wissenschaftler auch den Schulabschluss der Befragten berücksichtigten, konnten weitere Zusammenhänge festgestellt werden, die nicht nur die Forscher überraschen. Im Schnitt leben Personen mit einem Hauptschulabschluss gesünder als Akademiker. Auch Günther Dibbern, Chef der DKV, ist über dieses Ergebnis erstaunt. Bisherige Studien hatten immer wieder gezeigt, dass Menschen mit höherem Bildungsstand auch verantwortungsvoller mit ihrer Gesundheit umgehen. Allerdings trifft das den jetzigen Ergebnissen zufolge nur auf 14 Prozent der Akademiker zu. Die Bürger mit einem Hauptschulabschluss hingegen erreichten 16,5 Prozent.

Viele Bürger leben ungesund

Die Ergebnisse geben Günther Dibbern weiterhin Anlass zur Kritik. Er bemängelt, dass sich immer noch zu wenige Deutsche ausreichend bewegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sich an fünf Tagen in der Woche für mindestens 30 Minuten zu bewegen. Insgesamt 40 Prozent der Bevölkerung können diese Anforderungen nicht erfüllen. Hinzu kommt der Tabak- und Alkoholkonsum: 25 Prozent der Menschen rauchen und 18 Prozent trinken Alkohol in ungesunden Mengen. Doch die größten Probleme für die Gesundheit der Deutschen sind eine ausgewogene Ernährung und Stress. Mehr als die Hälfte aller Befragten ernährt sich ungesund oder fühlt sich überfordert.

Bessere Förderung der Gesundheit

Obwohl nur knapp jeder siebte Bundesbürger gesund lebt, fühlt sich ein Großteil der Deutschen gesund. Besonders ab 30 achten die Menschen vermehrt auf ihre Gesundheit. Die Sorgenkinder sehen die Wissenschaftler in der jüngeren Bevölkerung. Sie fangen immer früher an zu rauchen und Alkohol zu trinken, ernähren sich zudem ungesund. Dibbern fordert nun eine bessere Gesundheitsförderung, die bereits im Kindergarten ansetzt und sich auch in allen anderen Lebensbereichen durchsetzt.

Kommentare