Neue Impfung gegen Prostatakrebs
Neue Impfung gegen Prostatakrebs

Prostatakrebs ist einer der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Im Jahr 2008 zählte man weltweit 900.000 Betroffene, sogar 250.000 Erkrankte starben an der gefährlichen Tumorerkrankung. Ein nicht-operierbarer Prostatakrebs kann zur Bildung von Metastasen in den Knochen führen, was häufig zum Tod des Patienten führt. US-amerikanische und britische Mediziner haben nun einen neuen Impfstoff entwickelt: In Tierversuchen zeigten sie, dass der neuartige Impfstoff einen Prostatatumor zerstören kann. Mäusen wurden bei der Studie gentechnisch veränderte Viren injeziert. Der Impfstoff löste bei den Tieren eine starke Immunreaktion gegen die Krebszellen aus. Wissenschaftler vermuten nun, dass der Stoff eine ähnliche Wirkung bei Menschen erzielen könnte.

Andere Krebsarten könnten geheilt werden

Während der Versuche mit den Mäusen stellten Experten fest, dass die Tumorzellen des Prostatakrebses vollständig zerstört werden konnten: Das gesunde Gewebe wurde keinesfalls beschädigt und große Nebenwirkungen wurden ebenfalls nicht beobachtet. Die Wissenschaftler gehen im Moment davon aus, dass die neuen Impfviren gegen andere Krebsarten eingesetzt werden können. Im Fachjournal “Nature Medicine” schreiben Forscher außerdem, dass Chemotherapien verbessert werden könnten.

Immunsystem wird gestärkt

Der neue Impfstoff gegen Prostatakrebs enthält Viren, die bestimmte Proteine in den Körper befördern. Dabei handelt es sich um Antigene von Prostatazellen: Gelangen diese in den Organismus, ist zu beobachten, dass der Körper darauf reagiert, als wolle er eine Virusinfektion abwehren. Die Viren der Impfung übertragen nicht nur ein Antigen, sondern alle Antigene dieser Zellen: So können verschiedene Varianten von Immunzellen entstehen und die Immunreaktion wird insgesamt effektiver. Während der Tests stellten die Experten fest, dass das beste Ergebnis erzielt wurde, wenn der Impfstoff wiederholt gespritzt wird. Eine zweite Impfung zerstört eventuell noch überlebende Tumorzellen, ohne dass eine Überreaktion des Immunsystems festzustellen ist.

Impfstoff soll auch Menschen helfen

Die Experten erklärten, dass bereits existierende Impfstoffe mit Antigenen nicht ausreichten, um die gewünschte Wirkung gegen Prostatakrebs zu erzielen. Richard Vile von der Mayo Clinic Rochester (USA) zeigt sich nun jedoch zuversichtlich, dass mit dem neuen Impfstoff die wichtigsten Probleme in der Krebsforschung mit der Immuntherapie gelöst worden sind. Der Impfstoff unterliegt allerdings noch wichtigen Weiterentwicklungen und ist noch nicht am Menschen getestet worden, daher ist noch nicht zu sagen, ob die Impfung bei Krebspatienten erfolgreich einsetzbar ist. Vile ist optimistisch und erklärt, dass in den nächsten zwei Jahren klinische Studien beginnen könnten, um zukünftig auch Menschen damit zu helfen.