Nordhessen: 22 Menschen an Q-Fieber erkrankt
Nordhessen: 22 Menschen an Q-Fieber erkrankt

Die Q-Fieber-Infektionen traten in der Gemarkung Bromskirchen und Frankenberg-Rengershausen, in Hallenberg sowie im benachbarten Hochsauerlandkreis auf. Vor zehn Jahren hatte es bereits eine ähnliche Krankheitswelle in der Region gegeben. Die Behörden im Hochsauerlandkreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg arbeiten nun eng zusammen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. In der Regel stellt das Q-Fieber für gesunde Menschen keine größere Gefahr dar. Bei etwa 50 Prozent äußert sie sich kaum oder nur mit sehr milden Krankheitszeichen. Eine akute Infektion zeigt sich durch hohes Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und heftige Kopfschmerzen. Im Verlauf der Erkrankung kann es auch zu Lungen- oder Leberentzündungen kommen. Risikopatienten, wie chronisch Kranke oder Schwangere, sollten die Krankheit daher sehr ernst nehmen. Bei ihnen ist die Gefahr einer chronischen Q-Fiebererkrankung besonders hoch. Für die Betroffenen, die sich in Infektionsgebieten aufhalten oder aufgehalten haben, wird daher ein Bluttest empfohlen, auch wenn sie zunächst keine Krankheitssymptome aufweisen.

Sofortige Maßnahmen bei Q-Fieber

Die zuständigen Behörden in den betroffenen Landkreisen haben unmittelbar auf das Auftreten der Krankheit reagiert. Peter Niederstraßer, erster Kreisabgeordneter, erklärte, dass der Erreger bereits bei mehreren Schafen nachgewiesen werden konnte. Der Landkreis habe daher für die betroffenen Regionen sofort eine Allgemeinverfügung für die Schaf- und Ziegenhalter zum Schutz der Bevölkerung erlassen. Diese wurde den Betroffenen bereits zugestellt. Demnach dürfen Schafe und Ziegen, die sich in der Gemarkung Bromskirchen beziehungsweise im Stadtteil Rengershausen der Stadt Frankenberg befanden, nicht mehr außerhalb dieser Gebiete weiden. Zudem muss beim Treiben und Weiden ein möglichst großer Abstand zu bewohnten Ortsteilen eingehalten werden.

Krankheit verläuft meist unkompliziert

Zur Behandlung der Krankheit werden hochwirksame Antibiotika verwendet. In der Regel kommt es nach der Behandlung zu einer vollständigen Heilung der Krankheit. Nur bei einem Prozent der Erkankten kommt es zu einem chronischen Verlauf des Q-Fiebers. Das betrifft vor allem Risikopatienten. Die Inkubationszeit der Krankheit beträgt etwa zwei bis vier Wochen und ist abhängig von der Menge der aufgenommenen Erreger. Das Gesundheitsamt rät Personen, die sich in den betroffenen Regionen aufgehalten haben und die typischen Krankheitszeichen aufweisen, sofort den Hausarzt aufzusuchen. Dort kann eine Infektion mit der Krankheit mittels Bluttest einwandfrei festgestellt werden.

Q-Fieber weltweit verbreitet

Das Q-Fieber ist eine weltweit vorkommende, von Tier zu Mensch übertragbare Infektionskrankheit. Sie wird durch den Erreger Coxiella burnetii ausgelöst, der vor allem Schafe, Kühe und Ziegen befällt. Aber auch Zecken, Wildtiere, Hunde und Katzen können den Erreger in sich tragen. Dabei befinden sie vor allem im Mutterkuchen und im Fruchtwasser der infizierten Tiere hohe Mengen des Erregers, die sich bei der Geburt auf Boden und Umgebung verteilen können. Auch Zeckenkot kann große Mengen an Erregern enthalten. Dabei sind diese besonders unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen und können über eine lange Zeit, beispielsweise in Staub oder auf Heu überleben.

Übertragung von Mensch zu Mensch selten

Die Übertragung von Coxiella burnetii erfolgt vorwiegend durch Einatmen von infektiösem Staub oder aber durch den direkten Kontakt zu infizierten Tieren. Die Ansteckungsgefahr beim Verzehr von Milch oder kontaminierten Milchprodukten, die den Erreger enthalten, ist höchst selten. Zudem wurden bisher kaum Fälle registriert, bei denen das Q-Fieber von Mensch zu Mensch übertragen wurde.