Nur jede zweite Frau nutzt Mammographie-Screening
Nur jede zweite Frau nutzt Mammographie-Screening

Auch sechs Jahre nach der Einführung des Mammographie-Screenings liegen die Teilnehmerraten weiter unter den Zielwerten. “Dabei sterben bundesweit rund 17.000 Frauen jedes Jahr an Brustkrebs, 59.000 erkranken neu”, berichtete die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) kürzlich in Hamburg. Viele Frauen kennen das Angebot nicht oder sind verunsichert, konstatiert auch Wolfgang Aubke, Vorsitzender des Beirats der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Statt der von den Europäischen Leitlinien geforderten 70 Prozent der Frauen nehmen lediglich rund 54 Prozent teil. Deshalb hat die Kooperationsgemeinschaft nun eine Informationsoffensive gestartet, um Frauen fachlich fundiertes Wissen zu vermitteln, damit sie künftig eine informierte Entscheidung darüber treffen können, so Aubke.

Anspruch auf Mammographie-Screening ab 50 Jahren

Ab 2005 wurde das sogenannte Mammographie-Screening als Früherkennungsprogramm von Brustkrebs flächendeckend eingeführt, um die hohe Sterberate zu senken. Seither sind alle Frauen im Hauptrisikoalter zwischen 50 und 69 Jahren aufgerufen alle zwei Jahre von dieser Art der Krebsfrüherkennung Gebrauch zu machen. Sowohl von gesetzlichen als auch von privaten Krankenkassen werden die Kosten übernommen beziehungsweise erstattet.

Röntgenuntersuchungen sind nicht unumstritten

“Im Mammographie-Screening werden häufig die sehr kleinen Tumore unter zehn Millimeter aufgespürt”, erklärt Aubke weiter. Dadurch könne der Krebs noch in einem frühen Stadium behandelt werden. Zudem sei so auch eine schonendere und Brust erhaltende Therapie möglich. Mithilfe spezieller Röntgengeräte wird die Brust untersucht, um damit selbst kleinste Veränderungen des Brustgewebes sichtbar zu machen. Unumstritten ist diese Art der Untersuchung allerdings nicht. Denn in der Mehrzahl werden gesunde Frauen einer gewissen Strahlendosis ausgesetzt. Dies könnte ein möglicher Grund dafür sein, dass das Brustkrebs-Screening nicht von jeder Frau im Risikoalter in Anspruch genommen wird.

Informationsoffensive gestartet

Anlässlich des aktuellen Brustkrebsmonats Oktober findet in den kommenden Wochen eine große Informationskampagne der Kooperationsgemeinschaft Mammographie statt. Neben einer bundesweiten Plakataktion stehen Experten in regelmäßigen Online-Sprechstunden und in Online-Foren für alle Fragen interessierter Frauen zur Verfügung. Zusätzlich machen viele regionale Veranstaltungen im Oktober auf das Thema aufmerksam.

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