Osteoporose: Bisphosphonate können offenbar schädlich wirken
Osteoporose: Bisphosphonate können offenbar schädlich wirken

Für das Krankheitsbild der Osteoporose, die durch eine Abnahme der Knochendichte und -struktur im Alter gekennzeichnet ist, sind Brüche am Oberschenkelhals typisch. Zur Verringerung dieses Risikos und zur Therapie verabreichen Ärzte für gewöhnlich sogenannte Bisphosphonate. Allerdings seien unter einer Langzeitanwendung dieser Medikamente immer wieder Oberschenkelfrakturen beobachtet worden, die von den typischen Brüchen abweichen würden, berichtete die Deutsche Apotheker Zeitung auf ihrem Onlineportal. Die Brüche seien sowohl in ihrer Lokalisation als auch ihrer Ausprägung untypisch. Wie unterdessen das Deutsche Ärzteblatt berichtete, verliefen die Frakturlinien quer oder leicht schräg ohne Absplitterungen durch den gesamten Knochen. Diese Art von Brüchen an Hüfte oder Oberschenkel seien sehr selten und haben nur einen Anteil von unter einem Prozent. Die US-amerikanische Arzneibehörde leitete bereits im März 2010 eine Sicherheitsprüfung der Medikamente ein und gab einen Warnhinweis für Patienten heraus.

Ein Viertel der Deutschen leidet an Osteoporose

Aufgrund genetischer Faktoren und unterschiedlicher Lebensgewohnheiten seien Nord- und Mitteleuropäer stärker von Osteoporose betroffen als beispielsweise Asiaten oder Afrikaner. Deutschland liegt im Ländervergleich im Mittelfeld hinter den USA und Skandinavien, wie die Kölner Rundschau berichtet. Etwa 25 Prozent der Deutschen sind von der Krankheit betroffen, Frauen sind ab dem 50. Lebensjahr besonders betroffen, Männer ungefähr ab 60 Jahre. Etwa 20 Prozent der über 80-Jährigen in Deutschland sind von Osteoporose betroffen. Insgesamt rechnen Mediziner mit fast 8 Millionen Patienten, etwa 130.000 erleiden jedes Jahr Oberschenkelhals- oder Wirbelbrüche infolge der Krankheit.

Die medizinischen Gründe für den Knochenschwund liegen häufig in der Umstellung des Hormonhaushalts, rheumatischen Erkrankungen, Schilddrüsen-Fehlfunktionen oder langwierigen Cortison-Therapien. Auch Prostata- und Darmkrebs können im Knochengewebe Metastasen bilden und diesen schwächen. Neben medizinischen Faktoren spielt aber auch die Lebensweise eine entscheidende Rolle, um Osteoporose entgegen zu wirken oder zu begünstgen.

Frühzeitige Therapie kann Osteoporose heilen

Die Kombination von Calcium und Vitamin D im Rahmen einer gesunden Ernährung sind ein wichtiger Aspekt, um die Knochen auch im Alter stabil zu halten. Vor allem Nahrungsmittel wie Grünkohl, Brokkoli, Nüsse und Milchprodukte sind laut Ernährungsberatern besonders empfehlenswert. Viele Lebensmittel sind zudem mit Calcium und Vitaminen angereichert. Vitamin D bildet der Körper bei Sonneneinstrahlung, mindestens eine halbe Stunde Bewegung im Freien pro Tag sei hilfreich, sagen Experten. Dies stärke auch die Muskulatur, die dem Knochengerüst Halt und Stabilität gebe. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto größer seien die Chancen auf Heilung. In fortgeschrittenen Stadien helfen Medikamente den Knochenabbau zu verlangsamen.