Alkohol
Zu viele Zigaretten und Alkohol bei den Europäern © panthermedia.net / Bunyos30

Ausgewogen Schlämmen! Die Genusskultur unserer Wohlstandsgesellschaft war bereits bekannt dafür, gewisse Krankheiten zu begünstigen. Der aktuelle Europäische Gesundheitsbericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt: Die Lage wird immer ernster.

Viel Sitzen, Essen, Rauchen,Trinken

Das Leben vieler Europäer ist auf den Genuss und Konsum ausgerichtet: Seien es die Weinfeste, das Oktoberfest, bei dem es dieses Jahr bereits 80 Minuten nach der feierlichen Eröffnung zur ersten Alkoholvergiftung kam, oder die Grillkultur. Die WHO brachte die „Dreifaltigkeit“ des westlichen Genusses in einen Zusammenhang: Alkohol, Nikotin und übermäßige Nahrungsaufnahme sorgen dafür, dass trotz der besseren Medizin, die Lebenserwartung sinkt. Folgen des übermäßigen Konsums sind Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Übergewicht, Diabetes und Erkrankungen anderer Organe. Die WHO erkennt in dem regelmäßig erscheinenden Bericht, dass im Bereich des Alkohol und Nikotinkonsums ein Rückgang zu verzeichnen ist. Dennoch: Die Europäer trinken am meisten. Eine Entwarnung kann dahingehend noch nicht gegeben werden. Das erklärte Ziel ist es jetzt, durch gesundheitliche Aufklärung, die Todesfälle durch Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen bis 2020 um weitere 1,5 Prozent zu reduzieren.

Übergewicht: Ein europäischer Trend

Alles andere als Entwarnung gibt die WHO für das Problem des Übergewichts. Mit einem Anteil an Übergewichtigen in der Bevölkerung von aktuell 58,6 Prozent verschärft sich das Problem zunehmend. Vor uns liegt mit 60 Prozent nur die USA. Ein Grund für das hohe Gewicht liegt in der Art der Arbeit. Fettige und reichhaltige Speisen sind für alle, die schwere körperliche Arbeit verrichten, wichtig. Die moderne Gesellschaft zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass eine Verlagerung der Arbeiten hin zur sitzenden Tätigkeit stattfand. Das übermäßige Sitzen ist nun ein Grund für die Gewichtszunahme und gilt ebenfalls als Ursache für die geschilderten Erkrankungen.

Die hohe Sterberate und die Gefahren durch Nikotin und Alkohol erfordern ein Handeln. Die Drogenbeauftragte der Bundesrepublik Deutschland sieht es als Ziel, Jugendliche schon früh über Sucht und Ihre Folgen aufzuklären. Die Jugendlichen sollen so einen sensiblen Blick für die langfristigen Gefahren erhalten und bessere Chancen haben, den gesellschaftlichen Faktoren der Sucht zu widerstehen.