Rösler verlangt mehr Verständnis für psychisch Kranke
Rösler verlangt mehr Verständnis für psychisch Kranke

Psychische Erkrankungen sind gar nicht so selten. Zwischen 25 und 35 Prozent der Deutschen müssen sich einmal  im Leben mit einer solchen Krankheit auseinandersetzen. Doch oft wird eine psychische Krankheit oder Störung verschwiegen oder verdrängt, denn die Angst vor Diskriminierung und gesellschaftlicher Stigmatisierung ist groß. Die Vorurteile in der Gesellschaft sind vielfältig. Schizophrene sind gewalttätig und Suchtkranke einfach disziplinlos – so nur zwei von vielen Ressentiments gegen psychische Krankheiten. Die Betroffenen haben in vielen Fällen große Angst vor den Reaktionen ihrer Umgebung. Das belastet die Kranken zusätzlich und kann dazu führen, dass die Krankheit chronisch wird. Auch zusätzliche Verschlimmerungen bis hin zum späteren Selbstmord können die Folge sein.

Angst vor Ausgrenzung

“Psychische Erkrankungen werden auch heute noch in unserer Gesellschaft tabuisiert,” stellt der Gesundheitsminister fest. Es sei keine Ausnahme, wenn Betroffene auf große Ablehnung stoßen. Das gelte besonders in der Schule und am Arbeitsplatz, doch auch in der Familie und im Freundeskreis herrsche oft Unwissenheit, Angst und Abwehr. Deshalb will das Bündnis in der Öffentlichkeit deutlich machen, dass psychische Störungen mit Erfolg therapiert werden können. Wenn sie früh genug erkannt werden, sind solche Erkrankungen durchaus heilbar. Es gibt niemanden, der gegen solche Erkrankungen gefeit wäre.

Studie als Grundlage für Aufklärung  

Die vorgelegte Studie wurde vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegeben. Im Verlauf des Projektes wurden Daten gesammelt und ausgewertet, auf deren Grundlage verschiedene Aktionen und Maßnahmen geplant werden sollen. Die Wirksamkeit von Kampagnen und Aufklärungsmaßnahmen kann bereits im Vorfeld gesteuert werden. Bei der Planung solcher Maßnahmen können so fördernde und hemmende Faktoren berücksichtigt werden. Denn es können sogar positiv angelegte Maßnahmen kontraproduktive Wirkung haben. Bildliche und filmische Darstellungen können Angst und den Wunsch nach Distanz auslösen, wenn psychische Krankheiten sehr drastisch abgebildet werden.

Vorurteile verschlimmern das Krankheitsbild  

Die besten Erfolge sehen die Autoren der Studie dann gewährleistet, wenn Aufklärungskampagnen zusammen mit dem Kontakt zu Betroffenen durchgeführt werden. Gesellschaftliche Projekte wie die verstärkte sachliche Information über psychische Erkrankungen oder gesetzliche Veränderungen sind danach am besten geeignet, die positive Sicht auf die Problematik zu fördern. Denn die Stigmatisierung “schadet dem Selbstwertgefühl und den sozialen Netzwerken, verschlechtert den Krankheitsverlauf und reduziert die Lebensqualität“.

Jeder kann psychisch Erkrankte unterstützen 

Abgesehen von Studien und wissenschaftlichen Untersuchungen kann jedoch jeder an seinem Platz gegen die Diskriminierung von psychisch Kranken vorgehen. Wenn es im persönlichen Umfeld Menschen mit seelischen Erkrankungen gibt, ist ein zugewandter, sachlicher Umgang ohne Vorurteile eine große Unterstützung. Politiker können die Gesetzeslage verbessern, Journalisten in ihrer Berichterstattung für mehr Verständnis und Offenheit sorgen. Lehrer können für mehr Wissen und Toleranz sorgen, Arbeitgeber können die Arbeitsbedingungen mit weniger Stress und Belastungen gestalten. Arbeitskollegen und Familien können in ihrem Einflussbereich Probleme und Schwierigkeiten frühzeitig erkennen und Hilfestellung bieten.

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