Blutvergiftung
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Sie spielt im Bewusstsein vieler Menschen kaum eine Rolle: Sepsis. Im Volksmund wird die gefährliche Krankheit auch als Blutvergiftung bezeichnet. Treten Keime in eine offene Wunde, kann im schlimmsten Fall eine Sepsis ausgelöst werden. Ist ein Patient erstmal infiziert, entscheidet eine rasche Therapie über sein Schicksal.

Blutvergiftung (Sepsis)

Die Sepsis (Blutvergiftung) ist mit circa 60.000 Todesfällen jährlich die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. An ihr sterben demnach mehr Menschen als an Brust-und Darmkrebs oder Aids. Meist steht am Anfang eine bakterielle Infektion. Die Erreger breiten sich dann aus, über die Blutbahn in den ganzen Körper. Nach und nach versagen die Organe der Betroffenen. Je mehr Organe befallen sind, desto schwieriger ist es für den Körper dagegen zu kämpfen. Bei dem Versuch des Körpers, alle Organe weiterhin mit Blut zu versorgen, kann es zum septischen Schock kommen und damit zu starkem Blutdruckfall kommen. Dies ist lebensgefährlich. Unspezifische Symptome wie Fieber oder niedriger Blutdruck erschweren eine Diagnose der Krankheit durch den Arzt. Denn schließlich vermutet kaum jemand bei Klagen über Herzklopfen oder Unwohlsein eine schwere Erkrankung, vielmehr einen völlig harmlosen Infekt.

Sepsisforschung am Universitätsklinikum Jena (UKJ)

Über die lebenswichtige Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung einer Sepsis sind sich Ärzte und Wissenschaft einig. Das „Center for Sepsis Control and Care (CSCC)“ initiierte 2011 deshalb die Studie Medusa, an der sich 43 Kliniken in Deutschland beteiligen. Das CSCC wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Medusa-Team verweist darauf, dass circa 40 Prozent der Patienten weltweit nicht nach aktuellen Empfehlungen und Richtlinien der Fachleute behandelt werden. Ein Team spanischer Wissenschaftler soll gezeigt haben, dass ein Weiterbildungsprogramm von Ärzten und Pflegekräften das Überleben von Erkrankten gesteigert hat. Diese Ergebnisse sind Gegenstand der Studie am Universitätsklinikum Jena.

Frühzeitige Sepsiserkennung optimieren

Die Studie nimmt sich zum Ziel, eine Verkürzung der Zeit bis zur Gabe der ersten Antibiotika zu erreichen. Denn dieser Parameter soll in einem direkten Zusammenhang mit der Sepsis-Sterblichkeit stehen. Grundlage für die Weiterentwicklung ist der Austausch mit den an der Studie beteiligten Kliniken. Im September 2015 erhält die Studie den mit 20.000 dotierten Lohfert-Preis.

Gegen Sepsis impfen lassen?

Eine Impfung gegen die gefährliche Krankheit gibt es nicht. Die Ursachen des Krankheitsbildes sind hierfür zu vielfältig. Eine Ausnahme stellt die Pneumokokken-Impfung da. Die Schutzimpfung soll das Risiko an einer Sepsis zu erkranken, verringern. Die meisten Sepsis-Erkrankungen sind nämlich die Folge einer Lungenentzündung, welche sich durch die Pneumokokken-Impfung verhindern lassen soll.

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