Solarium kann süchtig machen
Solarium kann süchtig machen

Solariumbräune kann süchtig machen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle US-Studie, die bei 421 Probanden durchgeführt wurde. Dabei stellte sich heraus, dass künstliche Sonnen nicht nur einem gebräunten Körper, sondern auch für bessere Stimmung sorgen. Viele Probanden gaben allerdings auch an, regelmäßig unter Angstzuständen und Depressionen zu leiden. Somit würden diese ähnliche Symptome wie Alkoholiker aufweisen, so die Aussage der Wissenschaftler. Die US-Forscher halten es daher für sinnvoll, Personen die sich häufig bräunen öfter auf Angststörungen und Depressionen zu testen, um ein mögliches Suchtverhalten besser erkennen zu können.

Neue US-Studie

Die aktuelle US-Studie wurde im Auftrag des Fachblattes „Archives of Dermatology“ im Memorial Sloan-Kettering Krebszentrum und in Kooperation mit der Universität von Albany im US-Bundesstaat New York durchgeführt. Untersucht wurden 421 Studenten, unter ihnen befanden sich 229 Personen, die im vergangenen Jahr Solarien besucht hatten. Im Durchschnitt gingen diese 23 Mal im Jahr auf die Sonnenbank.

Für die Studie verwendeten die Forscher Fragebögen, die normalerweise nur für die Untersuchung auf eine mögliche Alkohol- und Drogensucht verwendet werden. Gefragt wurde beispielsweise nach der tatsächlichen Zeit, die im Solarium verbracht wird oder ob Versuche, weniger Zeit im Solarium zu verbringen, bisher gescheitert wären.

Symptome wie bei Drogensüchtigen

In der Auswertungsphase wurden 22 Prozent aller Befragten definitiv in die Sucht-Kategorie eingeordnet. 26 Prozent zeigten entsprechende Tendenzen. Laut Studie litten die Solariumsüchtigen erheblich häufiger unter Angstzuständen oder Depressionen. Ähnliche Symptome, wie sie oftmals bei Alkoholikern oder Drogensüchtigen auftreten. Obwohl fast 100 Prozent der Befragten glaubten, dass das künstliche Licht des Solariums Hautkrebs verursachen kann, war dies kein Argument, die Sonnenbank zu meiden.

Außerdem gaben 42 Prozent der Abhängigen an, in den vergangenen Monaten mindestens zwei unterschiedliche Arten von Drogen konsumiert zu haben, unter anderem Marihuana, Kokain und Amphetamine. Bei nicht süchtigen Solariumsbesuchern oder Probanden, die keine Sonnenbank aufgesucht hatten, waren es nur 16 Prozent.

Therapie kann vor Hautkrebs schützen

Bisher wurde die Studie nur bei US-Studenten durchgeführt, ob die Ergebnisse allgemeingültig sind, ist noch unbekannt. Die Forscher ziehen daher in Erwägung weitere Untersuchungen durchzuführen. Sollten sich die aktuellen Erkenntnisse bestätigen, würde die Behandlung betroffener Personen um ein vielfaches einfacher, berichtet die „Archives of Dermatology.“

Eine Psychotherapie könne letztlich auch vor Hautkrebs schützen, so die Wissenschaftler. Die Forscher raten außerdem: Solariumbesucher sollten vor dem erstmaligen Sonnen erst einmal einen kurzen Psychotest machen, um mögliche Hinweise auf eine Depression oder eine Angststörung feststellen zu können. So würden tatsächliche psychische Probleme schneller erkannt werden.