Rauchen
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Dass zwischen Rauchen und psychischen Krankheiten ein statistischer Zusammenhang besteht, ist schon seit Jahren bekannt. Ob allerdings Rauchen das Risiko von psychischen Erkrankungen tatsächlich erhöht oder ob psychisch kranke Personen öfter zum Glimmstängel greifen, war bisher unklar. Das Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichte jetzt eine Studie des King’s College. Wissenschaftler des Instituts haben untersucht, warum Menschen, die unter Psychosen leiden, eher dem Rauchgenuss zusprechen als die restliche Bevölkerung.

Analyse von 61 Studien aus 34 Jahren

James MacCabe, Robin Murray und deren Team analysierten 61 Studien, die zwischen den Jahren 1980 und 2014 durchgeführt wurden. Dabei wurden die Angaben von 14.555 Rauchern und 273.172 Nichtrauchern in Bezug auf psychische Erkrankungen und Tabakkonsum untersucht. Aus dieser Untersuchung ging hervor, dass Rauchen augenscheinlich ein höheres Risiko auf Erkrankungen der Psyche mit sich bringt. Raucher sind wesentlich anfälliger für psychische Erkrankungen als Nichtraucher. Die Untersuchung kann zwar nicht als Kausalzusammenhang gesehen werden. Die Forscher sind aber der Meinung, dass anhand weiterer Studien überprüft werden muss, ob und warum das Rauchen eine denkbare Ursache für psychische Erkrankungen darstellt.

Rauchen ist ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen

Die Wissenschaftler des King’s College gingen bei ihrer Analyse vor allem der Frage nach, ob der tägliche Konsum von Tabakprodukten zu einem größeren Risiko von psychischen Krankheiten führt. Weiters ermittelten die Forscher, ob das Rauchen mit einem früheren Erkrankungsalter im psychischen Bereich zusammenhängt. 57 Prozent der Patienten waren laut Studie zum Zeitpunkt der ersten Diagnose bereits Raucher. Daraus kann geschlossen werden, dass Rauchen als Risikofaktor für psychische Krankheiten angesehen werden kann. Zusätzlich hat die Auswertung der Daten ergeben, dass Patienten mit täglichem Tabakkonsum ein größeres Risiko von psychischen Erkrankungen aufweisen, als Nichtraucher. Bei täglichem Rauchen entwickeln sich psychische Erkrankungen somit früher. Täglicher Konsum von Tabakwaren sei mit einem erhöhten Risiko und einem geringeren Alter von Psychosen zu assoziieren, berichten die Wissenschaftler des College.

Fazit – Rauchen schadet dem Gesamtgesundheitsbild

Den Ergebnissen zufolge kann davon ausgegangen werden, dass sich Rauchen nicht nur für körperliche Erkrankungen, wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebserkrankungen negativ auswirkt, sondern auch auf das psychische Wohlergehen. Wie in diesem Bezug die Stoffwechselzusammenhänge mitspielen und ob die Freisetzung von Dopamin dabei eine Rolle spielt, muss in weiteren Studien geklärt werden.

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