Studie: Höheres Krebsrisiko durch Softdrinks
Studie: Höheres Krebsrisiko durch Softdrinks

Softdrinks haben in der Regel einen sehr hohen Zuckergehalt, dies sei besonders schädlich für die Bauchspeicheldrüse, da diese andauernd zur Produktion von Insulin angeregt wird. Mark Pereira von der Universität von Minnesota in Minneapolis berichtet, dass die vermehrte Insulinproduktion das Wachstum von Bauchspeicheldrüsenzellen fördern könnte. Dazu wurde in in Singapur eine Studie durchgeführt. Daran nahmen 60.524 Probanden teil. Diese wurden auf ihren Konsum von Softdrinks beobachtet. 14 Jahre dauerte die Studie an, bis die ersten Ergebnisse feststanden. 140 der Teilnehmer sind in dieser Zeit an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Das berichtet die Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention.

Säfte unbedenklich

Auch nachdem mögliche Störfaktoren wie Nikotinkonsum oder Alkoholkonsum berücksichtigt wurden, konnte immer noch ein Zusammenhang mit dem Verzehr der süßen Limonadengetränke hergestellt werden. Die Teilnehmer, die zwei oder sogar mehr der Softgetränke pro Woche zu sich nahmen, erkrankten fast doppelt so häufig wie diejenigen, die keine Softdrinks konsumierten. Säfte, die häufig ähnliche Mengen an Zucker enthalten wie Softdrinks, zeigten keinen Zusammenhang mit dem Erkranken an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Gegenwind vom Yale Cancer Center

Susan Mayne vom Yale Cancer Center in New Haven im amerikanischen Bundesstaat Connecticut bezweifelt diese Erkenntnisse jedoch. Sie ist der Meinung, dass die Störfaktoren nicht ausreichend berücksichtigt worden seien, denn häufig verstärken erst andere Faktoren wie das Rauchen die Wirkung von Softgetränken. Einer hoher Konsum von Süßgetränken führe außerdem zum Typ-2-Diabetes mellitus. Dieser könne wiederum zu einem Bauchspeicheldrüsenkarzinom führen.

Gefahr des Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu einer der gefährlichsten Krebsarten überhaupt. 95% der Betroffenen erliegen innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Diagnose den Folgen dieser Krankheit. In den meisten Fällen wird die Krankheit erst im einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, was die Heilungschancen deutlich erschwert. Vor allem ältere Menschen zwischen 60 und 70 Jahren sind häufig betroffen. 0,015% der Deutschen erkranken pro Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die geringe Zahl sollte allerdings nicht über die tatsächliche Gefahr der Krankheit hinwegtäuschen. Durch den vermehrten Konsum von Softdrinks könnte das Erkrankungsrisiko um 87% steigen, was zu mehr Erkrankten in Deutschland führen könnte.

Kommentare