Studie: Krebserregende Stoffe in Babynahrung
Studie: Krebserregende Stoffe in Babynahrung

Seit geraumer Zeit gibt es Babynahrung nicht mehr nur in Gläschen, sondern auch in Kunststoffverpackungen. Auch die Herstellungsmethoden wurden verändert. So werden die jeweiligen Zutaten der Babymenüs zunächst einzeln verarbeitet und erst später mit den anderen Zutaten vermengt. Öko-Test wollte jetzt prüfen, wie sich die neuen Verpackungen und Herstellungsverfahren auf die Babynahrung auswirken. Das Ergebnis ist erschreckend und wird viele Eltern nicht sehr erfreuen: Bei den Analysen an sieben Produkten wurden die krebserregenden Stoffe Benzol und Furan festgestellt. Beide Stoffe seien in unterschiedlichen Mengen sogar bei allen getesteten Breien enthalten gewesen. Dies führte letztlich zu dem ernüchternden Resultat: Über die Hälfte der Babybreie erhielten schlechte Noten. Der Test erfolgte an drei großen Herstellern: Hipp, Bebivita und Nestlé.

Babynahrung fehlt Fleisch

Den jetzigen Untersuchungen vorausgegangen war ein früherer Test, den das Unternehmen an Babynahrung in Gläschen durchgeführt hatte. Bereits hier wiesen viele der Waren Spuren von Benzol oder Furan auf. Ein weiterer Kritikpunkt ist nach Angaben von Öko-Test die geringe Verarbeitung von Fleisch in den Babymenüs. Gesetzlich festgelegt ist ein Anteil von acht Prozent der teuren Zutat. Mehr wird nur von den wenigsten Herstellern verarbeitet. Fleisch ist aber sehr wichtig für das Wachstum der Kleinen, denn es enthält reichlich Eisen und Zink. Anfangs reiche das Eisen aus der Muttermilch, später jedoch ist es wichtig, die Spurenelemente mit der festen Nahrung aufzunehmen.

Keimfreie Nahrung

Etwas Positive lässt der allerdings auch verkünden: Keine der geprüften Babynahrung wies Pestizide oder Rückstände von gesundheitsgefährdenden Keimen auf. Auch in den neuen Kunststoffverpackungen konnte dies nicht nachgewiesen werden. Sie werden mittlerweile ohne Weichmacher oder ähnlich schädliche Stoffe hergestellt.

Folgeschäden dennoch unwahrscheinlich

Öko-Test konnte die Eltern trotz der schlechten Ergebnisse dennoch beruhigen. Die gemessenen Benzol- und Furanwerte seien sehr gering. Folgen für Kinder seien eher unwahrscheinlich. Dennoch erfolgte von dem Frankfurter Unternehmen die Forderung an die Hersteller, das Auftreten dieser Substanzen zu vermeiden. Öko-Test kritisierte, dass das Problem seit längerem bekannt sei, die Anbieter aber bisher kaum etwas dagegen unternommen hätten.

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